Ban Ki Moon bei der UNHCR-Flüchtlingskonferenz in Genf | Bildquelle: dpa

Wenige Zusagen zur Aufnahme von Syrern UN-Flüchtlingskonferenz verfehlt Ziele

Stand: 31.03.2016 11:23 Uhr

Bei einer UN-Konferenz haben nur wenige Staaten die Aufnahme syrischer Flüchtlinge zugesagt. Geplant ist die Verteilung von 480.000 Flüchtlingen aus den Nachbarländern Syriens. Zuvor hatte UN-Generalsekretär Ban erklärt, die Welt erlebe die "größte Flüchtlings- und Vertreibungskrise unserer Zeit".

Die Vereinten Nationen haben mit der Syrien-Konferenz zur Verteilung von Flüchtlingen ihre selbstgesteckten Ziele verfehlt. Einige Staaten sagten lediglich eine langfristige Aufnahme von insgesamt mehr als 6000 syrischen Flüchtlingen zu, wie das Flüchtlingshilfswerk UNHCR nach eintägiger Beratung in Genf mitteilte.

Die Zahl der in Aussicht gestellten langfristigen Aufnahmen von Syrien-Flüchtlingen sei damit lediglich von 179.000 auf 185.000 gestiegen. Geplant sei jedoch, für 480.000 Flüchtlinge, die in den Nachbarländern Syriens ausharren, langfristige Lösungen zu finden, erklärte das UNHCR. In der Türkei, im Libanon, Jordanien, Ägypten und dem Irak haben insgesamt 4,8 Millionen Syrer Zuflucht gesucht.

Daniel Hechler, ARD Genf, zum Ergebnis der UN-Flüchtlingskonferenz
tagesschau 12:00 Uhr, 31.03.2016

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Der Libanon hat vier Millionen Einwohner. Hinzu kommen eine Million registrierte Flüchtlinge. Sozialminister Rachid Derbas geht außerdem davon aus, dass eine weitere Million im Land ist, die noch nicht bei den Behörden gemeldet ist. "Der Libanon steht auf wackeligem Boden und trägt eine schwere Last", sagte Derbas. "Wenn der Libanon unter der Last zusammenbricht, wird er selbst ein Anlass zur Besorgnis."

Weltweite Solidarität gefordert

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte zum Auftakt der UN-Flüchtlingskonferenz einen eindringlichen Appell an die Teilnehmer gerichtet. Der Krieg in Syrien habe "zur größten Flüchtlings- und Vertreibungskrise unserer Zeit geführt", betonte Ban. Daher sei nun weltweite Solidarität wichtig. Alle Länder, die dazu in der Lage seien, sollten entsprechende freiwillige Beiträge leisten und zusätzliche Wege für eine legale Migration anbieten.

Als Positivbeispiele nannte Ban Deutschland, Norwegen und Kanada. Sie seien Vorbilder für eine humanitäre und großherzige Flüchtlingspolitik.

Deutschland hat vorgelegt

Deutschland hat nach Angaben von Markus Ederer, dem Staatssekretär im Auswärtigen Amt, seit 2013 bereits 41.000 Flüchtlinge im Rahmen von humanitären Aufnahmeprogrammen die legale Einreise ermöglicht. Außerdem biete Deutschland 19.000 Stipendien für Flüchtlinge. 430.000 weitere Syrer seien unabhängig davon allein 2014 als Asylsuchende nach Deutschland gekommen.

Vertreter aus 90 Ländern berieten über die Flüchtlingssituation. Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR hofft, dass spätestens beim globalen UN-Flüchtlingsgipfel im September in New York konkrete Vereinbarungen getroffen werden.

UN-Generalsekretär fordert mehr Hilfe für Syrien-Flüchtlinge
tagesschau 20:00 Uhr, 30.03.2016, Daniel Hechler, ARD Genf

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