Ban Ki Moon bei der UNHCR-Flüchtlingskonferenz in Genf | Bildquelle: dpa

Flüchtlingskonferenz der Vereinten Nationen Hilfe dringend gesucht

Stand: 30.03.2016 15:04 Uhr

UN-Generalsekretär Ban ist sich sicher: Wir erleben die "größte Flüchtlings- und Vertreibungskrise unserer Zeit". Deswegen ruft er die Weltgemeinschaft zur Hilfe auf: Die wohlhabenden Länder sollten 480.000 Flüchtlinge aus den syrischen Nachbarländern aufnehmen.

Mit einem eindringlichen Appell ist UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zum Auftakt der UN-Flüchtlingskonferenz in Genf vor die Teilnehmer getreten. Er rief die wohlhabenden Länder der Welt auf, 480.000 Flüchtlinge aus den stark belasteten Nachbarländern Syriens aufzunehmen. In der Türkei, im Libanon, Jordanien, Ägypten und dem Irak haben insgesamt 4,8 Millionen Syrer Zuflucht gesucht.

Der Libanon hat vier Millionen Einwohner. Hinzu kommen eine Million registrierte Flüchtlinge. Sozialminister Rachid Derbas geht außerdem davon aus, dass eine weitere Million im Land ist, die noch nicht bei den Behörden gemeldet ist." Der Libanon steht auf wackeligem Boden und trägt eine schwere Last", sagte Derbas. "Wenn der Libanon unter der Last zusammenbricht, wird er selbst ein Anlass zur Besorgnis."

Ban fordert weltweite Solidarität

Der Krieg in Syrien habe "zur größten Flüchtlings- und Vertreibungskrise unserer Zeit geführt", betonte Ban. Daher sei nun weltweite Solidarität wichtig. Alle Länder, die dazu in der Lage seien, sollten entsprechende freiwillige Beiträge leisten und zusätzliche Wege für eine legale Migration anbieten.

UN-Generalsekretär fordert mehr Hilfe für Syrien-Flüchtlinge
tagesschau 20:00 Uhr, 30.03.2016, Daniel Hechler, ARD Genf

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Als Positivbeispiele nannte Ban Deutschland, Norwegen und Kanada. Sie seien Vorbilder für eine humanitäre und großherzige Flüchtlingspolitik.

Deutschland hat vorgelegt

Deutschland hat nach Angaben von Markus Ederer, dem Staatssekretär im Auswärtigen Amt, seit 2013 bereits 41.000 Flüchtlinge im Rahmen von humanitären Aufnahmeprogrammen die legale Einreise ermöglicht. Außerdem biete Deutschland 19.000 Stipendien für Flüchtlinge. 430.000 weitere Syrer seien unabhängig davon allein 2014 als Asylsuchende nach Deutschland gekommen.

Vertreter aus 90 Ländern beraten in Genf über die Flüchtlingssituation. Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR hofft, dass spätestens beim globalen UN-Flüchtlingsgipfel im September in New York konkrete Vereinbarungen getroffen werden.

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