Jesiden auf der Flucht in Richtung Türkei | Bildquelle: AP

UN-Bericht über den Irak Tausende tote Zivilisten, Tausende Sklaven

Stand: 19.01.2016 12:42 Uhr

Viele Iraker fliehen vor dem Chaos in ihrem Heimatland nach Europa. Ein UN-Bericht zeigt nun, wie dramatisch die Lage in dem Land ist: In weniger als zwei Jahren starben im Irak mehr als 18.000 Zivilisten einen gewaltsamen Tod. Mehr als 3500 Menschen werden vom IS versklavt.

Die UN-Zahlen sind erschreckend: Seit Anfang 2014 sind im Irak mehr als 18.800 Zivilisten Opfer tödlicher Gewalt geworden, 3,2 Millionen Menschen flüchten, etwa 3500 sind als Sklaven in der Gewalt des "Islamischen Staates". Das geht aus einem Bericht hervor, den das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte und die UN-Unterstützungsmission im Irak vorgelegt haben. Der Bericht basiert auf Schilderungen von Augenzeugen.

"Er zeigt, welches Leid die Zivilisten im Irak ertragen müssen und wovor sie nach Europa und in andere Regionen fliehen", sagte der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Seid Ra'ad al-Hussein. In ihrer Heimat stünden die irakischen Flüchtlinge blankem Horror gegenüber. Gleichzeitig mahnte er: Die tatsächlichen Zahlen könnten noch weit höher liegen.

IS verantwortlich für Gewalt und Sklaverei

Die UN machen vor allem die Terrororganisation IS für die Gewalt verantwortlich. Die Islamisten seien für Erschießungen, Enthauptungen, das Niederwalzen mit Bulldozern, Verbrennungen am lebendigen Leibe oder das Werfen von Menschen von Gebäuden verantwortlich. Zu den Opfern gehörten neben mutmaßlichen Gegnern des IS auch ehemalige Regierungsangestellte, Ärzte, Rechtsanwälte oder Journalisten.

Die etwa 3500 Sklaven des IS seien überwiegend Frauen und Kinder der jesidischen Minderheit. Sie werden laut UN von den Terroristen als Sexsklaven missbraucht. Die Terrororganisation kontrolliert große Teile des Irak und beherrscht auch Teile des Nachbarlands Syrien.

UN: Auch die irakische Armee macht sich schuldig

Doch auch die irakische Armee wird in dem Bericht angeklagt: Mutmaßliche IS-Terroristen seien ohne Prozess getötet, andere verschleppt worden. Zudem halte die Armee Flüchtlinge innerhalb des Landes auf und mache es ihnen damit unmöglich, dem Terror zu entfliehen.

Darstellung: