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Noch am Abend nach der Stichwahl um das Präsidentenamt in der Ukraine sind die Lager der beiden Kandidaten Viktor Janukowitsch und Julia Timoschenko in einen Streit um den Sieg ausgebrochen.
Der pro-russische Oppositionspolitiker Janukowitsch führt laut Angaben der Zentralen Walhkommission nach Auszählung von etwa 80 Prozent der Stimmen mit 48,6 Prozent. Timoschenko erhielt demnach 45,7 Prozent. 4,5 Prozent der Wahlteilnehmer sprachen sich ausdrücklich gegen beide Teilnehmer aus. Die Wahlbeteiligung lag bei 69 Prozent. Auch bei den Nachwahlbefragungen hatte Janukowitsch vorn gelegen.
[Bildunterschrift: Erklärte sich bereits zum Sieger: Oppositionspolitiker Janukowitsch aus der Ostukraine ]
Nach Bekanntgabe dieser Ergebnisse forderte Janukowitsch seine Rivalin auf, ihr Amt als Regierungschefin abzugeben. Timoschenko müsse "ihre Demission vorbereiten", sagte Janukowitsch. Er werde sich um eine "neue Mehrheit im Parlament" bemühen. In der Geschichte der Ukraine werde "eine neue Seite aufgeschlagen". Er werde versuchen, das Vertrauen der Anhänger Timoschenkos zu gewinnen, kündigte Janukowitsch an. Alle Bürger der Ukraine sollten sich "in einem stabilen Land wohl fühlen". Die vergangenen Jahre mit den Anführern der Orangenen Revolution, Timoschenko und dem amtierenden Präsidenten Viktor Juschtschenko waren von viel Streit und zuletzt einer politischen Krise geprägt. Janukowitsch meldete für heute eine Demonstration mit 50.000 Menschen vor dem Sitz der Zentralen Wahlkommission in Kiew an.
Die Ministerpräsidentin zweifelte den Wahlsieg Janukowitschs an. "Solange nicht alle Stimmzettel ausgezählt sind, ist es unmöglich, von irgendeinem Ergebnis zu sprechen", sagte die Ministerpräsidentin. Vize-Ministerpräsident Olexander Turschinow, sprach von "massiven Fälschungen" bei der Wahl.
[Bildunterschrift: Timoschenko gibt sich kämpferisch. Trotz gegen sie sprechender Ergebnisse gibt sie nicht auf. ]
Janukowitsch und Timoschenko hatten sich bereits während des Wahlkampfs heftige persönliche Angriffe geliefert. Timoschenko sprach bereits im Vorfeld von Wahlbetrug, nachdem Janukowitschs Partei noch Änderungen am Wahlgesetz durchgesetzt hatte. Darüber könnte es in den kommenden Tagen eine juristische Auseinandersetzung geben.
Aus der ersten Wahlrunde vor drei Wochen war Oppositionschef Janukowitsch mit rund 35 Prozent der Stimmen als stärkster Kandidat hervorgegangen. Timoschenko landete mit rund 25 Prozent der Stimmen auf Platz zwei. Juschtschenko schied im ersten Wahlgang abgeschlagen aus. Bei der Stimmabgabe sagte Juschtschenko, die Ukraine werde sich für das Ergebnis "schämen" müssen, wer auch immer gewinne.
Sowohl Timoschenko als auch Janukowitsch haben sich für gute Beziehungen zu Russland ausgesprochen, streben aber eine weitere Annäherung an die EU an. Janukowitsch, der aus dem russischsprachigen Osten der Ukraine stammt, ist gegen einen NATO-Beitritt seines Landes.
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