Kämpfe in der Ostukraine rund um Lugansk | Bildquelle: dpa

Teilabzug von Waffen hat begonnen Hoffnungsschimmer in der Ukraine

Stand: 03.10.2015 13:23 Uhr

Es ist nur ein Teilabzug - aber immerhin: Die Streitparteien in der Ukraine haben nach dem Pariser Gipfel offenbar begonnen, Panzer und kleinkalibrige Waffen aus der Konfliktzone zurückzuziehen. Vermittlerin Merkel findet lobende Worte.

Im Ukraine-Konflikt haben beide Streitparteien nach eigenen Angaben begonnen, ihre Waffen teilweise abzuziehen. Kriegsgerät mit einem Kaliber von weniger als 100 Millimetern werde in Etappen von der Front abtransportiert, teilten die prorussischen Aufständischen in Lugansk mit. Das Kriegsgerät werde mindestens 15 Kilometer von der Front entfernt stationiert

Eine Kolonne von Panzern der pro-Russischen Separatisten nahe der ostukrainischen Stadt Lugansk auf dem Rückzug | Bildquelle: dpa
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Eine Kolonne von Panzern der pro-Russischen Separatisten nahe der ostukrainischen Stadt Lugansk auf dem Rückzug

Nahezu zeitgleich kündigte auch der ukrainische Präsident Petro Poroschenko den Rückzug kleinkalibriger Waffen an. Die Operation sollte heute beginnen und ingesamt 41 Tage dauern, teilte sein Pressebüro mit.

Die Kommunalwahlen bleiben Streitthema

Die Konfliktparteien hatten sich am Freitag beim Gipfel in Paris auf die Maßnahmen geeinigt. Neben Poroschenko waren Bundeskanzlerin Angela Merkel. Kremlchef Wladimir Putin und Frankreichs Staatschef François Hollande bei dem Treffen dabei. Der Abzug der Waffen soll von der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) überwacht werden.

Merkel und Putin | Bildquelle: dpa
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Man redet miteinander: Vermittlerin Merkel und Kremlchef Putin

Von dem Teilabzug erhoffen sich Merkel und Hollande, dass sich die Lage in der Ostukraine weiter entspannt. Seit Wochen gilt eine Waffenruhe, die auch mehr oder weniger eingehalten wird. Beide Seiten seien in Paris durchaus aufeinander zugegangen, sagte die Kanzlerin mit Bezug auf Poroschenko und Putin.

Keine Einigung gab es hingegen im Streit über die in den Separatistengebieten geplanten Kommunalwahlen. Die Aufständischen wollen die Abstimmung ohne die Regierung in Kiew abhalten - worin die ukrainische Führung einen Verstoß gegen das im Februar geschlossene Minsker Abkommen sieht.

Separatisten beginnen mit Waffenabzug in der Ostukraine
H. Krause, ARD Moskau
03.10.2015 16:38 Uhr

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