Ausschreitungen in Kiew | Bildquelle: dpa

Gewalt in Kiew Ausschreitungen am Maidan-Gedenktag

Stand: 20.02.2016 16:55 Uhr

Am zweiten Jahrestag der blutigsten Maidan-Demonstration ist es in Kiew zu Ausschreitungen gekommen. Mehrere Menschen stürmten zwei Filialen russischer Banken. Präsident Poroschenko kritisierte die schleppenden Ermittlungen zur Maidan-Gewalt.

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew haben nationalistische Demonstranten zwei Filialen russischer Banken angegriffen. Sie warfen mit Steinen die Scheiben der Alfa Bank und der Sberbank ein und beschädigten die Einrichtung. Auch mehrere Büros des reichsten Mannes des Landes, Rinat Achmetow, wurden verwüstet.

Die Ausschreitungen ereigneten sich genau zwei Jahre nach dem "Tag der himmlischen Hundert". Der Jahrestag erinnert an die blutigsten Proteste gegen den damaligen ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch. Auf dem Kiewer Maidan waren im 20. Februar 2014 rund einhundert Demonstranten getötet worden. Mindestens 50 Menschen starben damals durch Scharfschützen.

Ausschreitungen in Kiew | Bildquelle: dpa
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Ein Mann wirft einen Stein auf eine Bank in Kiew.

Friedliches Gedenken mit Poroschenko

Zusammen mit Hunderten anderen Ukrainern gedachte Präsident Petro Poroschenko der Opfer. Mit seiner Frau Marina stellte er Kerzen an einer Gedenkstätte auf. Bei einem Treffen mit Angehörigen der Opfer sagte er, es sei nicht hinnehmbar, dass die Untersuchungen nicht voran kämen.

Die Maidan-Proteste waren ausgebrochen, weil der damalige prorussische Präsident Janukowitsch im November 2013 die geplante Unterzeichnung eines Assoziierungsabkommens mit der EU überraschend abgesagt und sich stattdessen Moskau zugewandt hatte. Der Umschwung hatte wochenlange proeuropäische Proteste in Kiew ausgelöst. Janukowitsch floh schließlich nach Russland und wurde abgesetzt.

Dieser Beitrag lief am 20. Februar 2016 um 17:21 Uhr auf NDR Info.

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