Konflikt in der Ostukraine Zweiter russischer Konvoi an der Grenze

Stand: 31.08.2014 11:41 Uhr

Russland hat erneut einen Hilfskonvoi mit etwa 280 Lastwagen losgeschickt. Ziel ist das umkämpfte Gebiet in der Ostukraine. Der Konvoi warte in der Region Rostow auf die Einfahrt in das Krisengebiet Donbass, berichtete das russische Staatsfernsehen. Die Hilfsgüter, darunter Lebensmittel, Trinkwasser und Medikamente, seien mit Zügen angeliefert und dann auf die Lastwagen umgeladen worden, hieß es. Der Zeitpunkt des Grenzübertritts und die Marschroute würden geheim gehalten. Eine Bestätigung der Regierung in Kiew oder von unabhängiger Seite gibt es dafür nicht.

Dieses Foto vom 31. August soll den zweiten russischen Konvoi zeigen, der in der Region Rostow nahe der Stadt Kamensk-Schachtinski wartet. | Bildquelle: AP
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Dieses Foto soll den zweiten russischen Konvoi zeigen, der in der Region Rostow nahe der Stadt Kamensk-Schachtinski wartet.

Die Ukraine hatte sich nach Darstellung der Regierung in Moskau zuvor prinzipiell bereit erklärt, einen zweiten russischen Konvoi auf ukrainisches Territorium zu lassen. Das Außenministerium in Kiew habe sein "grundsätzliches Einverständnis" mit einem solchen "humanitären Hilfskonvoi" übermittelt, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Freitag auf einer Pressekonferenz. Fragen zur Absicherung des Konvois würden zwischen Vertretern der Ukraine, Russlands, der Separatisten und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) geklärt.

Vor anderthalb Wochen hatte der erste Hilfskonvoi aus Moskau Lugansk erreicht. Die Kolonne hatte ohne Einverständnis Kiews der Grenze zur Ukraine überquert. Die Ukraine warf dem Nachbarland daraufhin eine Invasion vor.

Ukraine und Russland tauschen gefangene Soldaten aus
B. Großheim, ARD Moskau
31.08.2014 13:05 Uhr

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Kiew und Moskau tauschen Gefangene aus

Medienberichten zufolge tauschten Russland und die Ukraine am Wochenende gefangene Soldaten aus. Die Ukraine habe Fallschirmjäger überstellt, die auf ukrainischem Gebiet festgenommen worden waren, berichteten russische Nachrichtenagenturen unter Berufung auf den stellvertretenden Kommandeur der russischen Luftlandetruppen, Alexej Ragosin. Russland ließ demnach 63 ukrainische Soldaten frei, die ebenfalls auf dem Territorium des Nachbarlandes gefasst wurden. Dem Austausch seien schwierige Verhandlungen vorangegangen.

Die Separatisten in der Ostukraine entließen nach eigener Darstellung mehr als 200 Angehörige der Regierungstruppen aus ihrer Gewalt. Die Gefangenen im Gebiet Donezk seien der ukrainischen Seite übergeben worden, teilte die von den militanten Kräften gegründete "Armee Noworossija" (Neurussland) mit. Es handele sich um 223 Soldaten sowie Angehörige der Nationalgarde. Die ukrainsiche Regierung bestätigte die Freilassung bisher nicht.

Die Separatisten teilten mit, dass noch immer an mehreren Orten in dem Konfliktgebiet Stellungen ukrainischer Soldaten umzingelt seien. In der Ortschaft Starobeschewo hätten Angehörige der Nationalgarde versucht, mit Waffen und Technik aus einem Kessel auszubrechen. Bei den Gefechten seien sechs Panzer erbeutet und fast 200 Angehörige der Regierungstruppen entwaffnet worden, hieß es. Sie würden als Kriegsgefangene festgehalten. Bei Kämpfen auch an anderen Stellen habe es zahlreiche Tote und Verletzte gegeben.

Freiwillige heben in Mariupol Gräben aus, um die Stadt vor einem möglichen Angriff von Separatisten zu schützen. | Bildquelle: dpa
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Freiwillige heben in der ukrainischen Stadt Mariupol Gräben aus, um die Stadt vor einem möglichen Angriff zu schützen.

Freiwillige heben in Mariupol Gräben aus, um die Stadt vor einem möglichen Angriff von Separatisten zu schützen. | Bildquelle: dpa
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Separatistenführer Sachartschenko hatte eine Großoffensive auf Mariupol angedroht.

Mariupol bereitet sich auf Angriff vor

Zudem kündigten die Separatisten eine weitere Großoffensive gegen die Regierungsarmee an. "Wir bereiten eine zweite große Gegenoffensive vor", sagte Rebellenführer Alexander Sachartschenko der russischen Nachrichtenagentur Ria Nowosti. Seine Truppen seien gut ausgerüstet: "Die ukrainische Armee hat viel Ausrüstung, Munition und haufenweise Trophäen zurückgelassen", berichtete Sachartschenko.

Die strategisch wichtige Hafenstadt Mariupol bereitete sich auf einen erwarteten Angriff der Separatisten vor. Im Osten der Stadt hoben Baufahrzeuge Schützengräben aus, während hunderte Menschen ukrainische Flaggen schwenkten und die Staatshymne sangen. Sachartschenko drohte, die Stadt werde "in naher Zukunft" von den Separatisten erobert werden.

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