Das Logo von Gazprom auf einem Dach. | Bildquelle: AFP

Nach Schiedsgerichtsurteil Gazprom liefert nicht an Ukraine

Stand: 03.03.2018 13:51 Uhr

Bei eisigen Temperaturen in der Ukraine eskaliert erneut der Gasstreit mit Russland. Voraus ging ein internationaler Schiedsspruch, der die russische Firma Gazprom zu Zahlungen an Kiew verpflichtet.

Zwischen Russland und der Ukraine ist erneut der Streit um Gaslieferungen eskaliert. Eigentlich wollte die Ukraine im März erstmals zwei Jahren wieder Gas vom russischen Unternehmen Gazprom für den Eigenbedarf liefern lassen.

Doch verweigert Gazprom die Lieferungen und überwies eine Vorauszahlung zurück an Kiew. Der Staatskonzern behauptet, es fehlten nötige Zusatzverträge.

Vorausgegangen war eine Entscheidung des internationalen Schiedsgerichts in Stockholm. Es hatte Gazprom zu einer Zahlung in Höhe von mehr als zwei Milliarden Euro an den ukrainischen Staatskonzern Naftogaz verpflichtet. Denn Russland habe weniger Gas durch die Ukraine geleitet als vereinbart.

Gazprom sieht das Urteil als ungerechtfertigt an und kündigte daraufhin an, seine noch bis Ende 2019 geltenden Verträge mit Naftogaz aufzulösen.

Eisiges Winterwetter in Kiew | Bildquelle: AFP
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Bildungseinrichtungen wurden sicherheitshalber bis Mittwoch geschlossen.

Ersatzlieferungen aus der EU

Inmitten eisiger Wintertemperaturen beschloss die Regierung in Kiew am Freitag, Kindergärten, Schulen und Hochschulen bis Mittwoch zu schließen. Zugleich wurden die Gaslieferungen aus Polen, der Slowakei und Ungarn erhöht.

Der Versorgungsengpass sei inzwischen überwunden , teilte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko nun mit.

Insgesamt sei der Import aus EU-Staaten von vier Millionen Kubikmetern Gas pro Tag auf 29 Millionen gestiegen, sagte Poroschenko ukrainischen Medien zufolge. Der Transit nach Europa sei zudem gesichert, erklärte Poroschenko. Die Ukraine ist das wichtigste Transitland für russisches Gas nach Westeuropa.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 03. März 2018 um 13:00 Uhr.

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