Eine OSZE-Flagge | Bildquelle: dpa

Zwischenfall in der Ukraine OSZE-Beobachter durch Mine getötet

Stand: 23.04.2017 17:48 Uhr

In der Ukraine ist ein amerikanischer OSZE-Beobachter ums Leben gekommen. Eine deutsche Mitarbeiterin wurde verletzt, als ihr Fahrzeug in Luhansk über eine Mine fuhr. Das teilte das österreichische Außenministerium mit. Minister Kurz sprach von einem "Schock für die gesamt OSZE".

Bei der Explosion einer Mine in der ostukrainischen Krisenregion ist ein amerikanischer Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) getötet und eine deutsche Mitarbeiterin verletzt worden. Ihr Fahrzeug sei am Morgen in der Nähe von Luhansk über eine Mine gefahren, teilte das österreichische Außenministerium mit.

"Schock für die OSZE"

"Der Tod eines Kollegen ist ein Schock für die ganze OSZE", erklärte Österreichs Außenminister Sebastian Kurz. Er forderte volle Aufklärung. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Österreich hat derzeit den OSZE-Vorsitz inne.

Bundesregierung erwartet Aufklärung

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel äußerte sich tief bestürzt über die Nachricht. "Jetzt ist das eingetreten, was man seit Jahren befürchten musste", sagte er. "Jemand, der nur mithelfen wollte, Frieden und ein Ende der Kämpfe zu schaffen, hat heute sein Leben verloren." Den OSZE-Mitarbeitern sei es zu verdanken, dass die Gewalt in der Region nicht noch weiter eskaliert sei.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel bekundete Trauer und Entsetzen. Sie forderte eine Aufklärung der Geschehnisse: "Die Bundesregierung erwartet, dass die Konfliktparteien sofort alles Erforderliche unternehmen, um zu klären, wie es zu diesem tragischen Geschehen kommen konnte und wer dafür die Verantwortung trägt."

Die Konfliktparteien müssten endlich den seit langem verabredeten Waffenstillstand vollständig einhalten, so Merkel weiter. "Dabei kommt den von Russland unterstützten Separatisten, die widerrechtlich und mit Gewalt Teile des ukrainischen Staatsgebiets besetzt halten, eine besondere Verantwortung zu."

Mit fast 600 Mitarbeitern im Einsatz

Die OSZE beobachtet den Konflikt zwischen ukrainischem Militär und prorussischen Separatisten mit fast 600 Mitarbeitern. Seit Anfang April war es nach einer Waffenruhe zum Osterfest etwas ruhiger im Frontbereich geworden. Dennoch gab es fast täglich Berichte über Kämpfe. In den vergangenen Jahren hatte die OSZE vereinzelt über Beschuss ihrer Beobachter im Kriegsgebiet berichtet.

Die Umsetzung eines unter Vermittlung Deutschlands ausgehandelten Friedensplans kommt seit Monaten nicht voran. Teil des Plans ist auch der Abzug schwerer Waffen von der Front, den die OSZE unter anderem überwachen soll. Seit Beginn des Konflikts im April 2014 wurden nach Angaben der Vereinten Nationen rund 10.000 Menschen getötet.

OSZE-Beobachter in der Ost-Ukraine durch explodierte Mine getötet
M. Sambale, ARD Moskau
23.04.2017 22:39 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 23. April 2017 um 14:00 Uhr.

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