Kämpfe in der Ukraine Armee erobert Mariupol zurück
Stand: 13.06.2014 17:02 Uhr
Die ukrainische Armee hat nach eigenen Angaben die Hafenstadt Mariupol aus der Hand pro-russischer Separatisten zurückerobert. Die Lage in der 500.000-Einwohner-Stadt am Schwarzen Meer sei "stabilisiert", sagte Präsident Petro Poroschenko.
Die Armee hatte am frühen Morgen Stellungen der pro-russsichen Milizen in Mariupol angegriffen. Darauf seien mehrstündige Gefechte gefolgt, bei denen zahlreiche Separatisten getötet und vier ukrainische Soldaten verletzt worden seien, sagte der ukrainische Innenminister Arsen Awakow. Auf dem Rathaus von Mariupol wehe inzwischen wieder die ukrainische Flagge, erklärte er weiter.
Offenbar russische Panzer in der Ukraine
Die ukrainische Armee führt derzeit eine Offensive gegen pro-russische Separatisten im Osten des Landes. Kiew wirft Moskau vor, den Aufstand zu unterstützen. Am Donnerstag beschwerte sich Poroschenko in einem Telefonat mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin über das angebliche Eindringen russischer Panzer auf ukrainisches Staatsgebiet.
Die Bundesregierung äußerte sich besorgt über die Berichte zu den Panzern. Sollte sich bestätigen, dass "Panzer und weitere schwere Waffen von Russland aus in die Hände pro-russischer Separatisten gelangt sind, dann wäre das eine schwerwiegende und sehr besorgniserregende Entwicklung", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert.
Golineh Atai, ARD Moskau, zzt. Kiew, zu den Kämpfen um Mariupol
tagesschau24 17:30 Uhr, 13.06.2014
Zaun und Minen an der Grenze zu Russland?
Der Gouverneur der Region Dnepropetrowsk, Igor Kolomojski, schlug vor, die Grenze zwischen der Ukraine und Russland mit einem Elektrozaun zu sichern. Die mit Stacheldraht verstärkte Absperrung sei nötig, um die Ukraine vor Eindringlingen aus dem Nachbarland zu schützen. Angeblich plant er, vor dem Zaun Gräben auszuheben und ferngesteuerte Minen verlegen zu lassen.
Staatschef Poroschenko äußerte sich zunächst nicht zu dem Vorhaben. Das Projekt könnte binnen sechs Monaten realisiert werden. Die Kosten in Höhe von hundert Millionen Euro sollen demnach durch Spenden gedeckt werden. Der russland-kritische Oligarch Kolomojski zählt zu den reichsten Männern der Ukraine. Er war im März von der pro-westlichen Führung in Kiew als Gouverneur eingesetzt worden.
