Paul Nuttall | Bildquelle: REUTERS

Großbritannien Nuttall neuer UKIP-Chef

Stand: 28.11.2016 13:27 Uhr

Paul Nuttall ist neuer Parteichef der rechtspopulistischen britischen UKIP. Erst Mitte September war Diane James zur Chefin gewählt worden, nachdem ihr Vorgänger Farage nach dem Brexit-Votum zurückgetreten war. Sie gab das Amt aber nach nur 18 Tagen auf.

Der frühere Vize-Parteichef Paul Nuttall ist zum neuen Vorsitzenden der britischen UKIP gewählt worden. 62 Prozent der Parteimitglieder stimmten für den 39-Jährigen, teilte die Partei mit. Nuttall gehört seit 2009 dem Europaparlament an. Er setzt darauf, dass die rechtspopulistische Partei künftig vor allem unter von enttäuschten Labour-Anhängern Wählerstimmen bekommt.

UKIP, deren oberstes Ziel der Austritt Großbritanniens aus der EU ist, befindet sich seit dem Rücktritt ihres Langzeit-Vorsitzenden Nigel Farage in einer Führungskrise. Farage war kurz nach dem Triumph beim britischen EU-Referendum im Juni überraschend zurückgetreten. Er war einer der entscheidenden Brexit-Wortführer.

Nuttall ist neuer Parteichef der UKIP
tagesschau 15:00 Uhr, 28.11.2016, Johannes Jolmes, ARD London

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Diane James nur 18 Tage Parteichefin

Mitte September war Diane James zur Parteichefin gewählt worden. Sie warf aber nach nur 18 Tagen aus "privaten und beruflichen Gründen" das Handtuch. Bis zur Wahl eines Nachfolgers übernahm Farage übergangsweise wieder die Parteiführung.

Unter Farage war die Partei zur drittstärksten Partei Großbritanniens aufgestiegen: Bei der Parlamentswahl im vergangenen Jahr errang sie 12,6 Prozent der Stimmen. Die Zahl der Abgeordneten im Europaparlament schrumpfte in den vergangenen Monaten durch Parteiaustritte allerdings von 24 auf 20.

Vor Bedeutungslosigkeit bewahren?

Nuttall muss nun eine neue Mission für die Partei formulieren, um sie nach dem Brexit-Votum Großbritanniens vor der Bedeutungslosigkeit zu bewahren. Außerdem wird er sich mit dem Befund eines externen Prüfberichts auseinandersetzen müssen, dass die Partei vor der Parlamentswahl und dem Brexit-Referendum regelwidrig neun Umfragen mit EU-Geldern in Höhe von gut 500.000 Euro finanzierte.

Über dieses Thema berichteten das ARD-Mittagsmagazin am 28. November 2016 ab 13:04 Uhr und die tagesschau um 15:00 Uhr.

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