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Wenige Tage nach den Unruhen in Tibet hat es im Nordwesten Chinas auch Proteste von Muslimen gegeben. Offiziellen Angaben zufolge soll eine Gruppe von "Separatisten" in der Stadt Hetian versucht haben, die Massen aufzustacheln. "Es war nur ein Komplott und wurde sofort beendet", sagte ein örtlicher Parteifunktionär telefonisch der Deutschen Presse Agentur (dpa) in Peking.
Diese Angaben widersprechen in Teilen dem, was der US-Sender Radio Free Asia (RFA) unter Berufung auf Augenzeugen berichtet. Demnach soll es hunderte Teilnehmer gegeben haben, auch sollen hunderte festgenommen worden sein. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es nicht. Der von dpa befragte Funktionär im Parteibüro von Hetian sagte auf die Frage nach Festnahmen lediglich: "Einige Leute sind über den Zwischenfall befragt worden."
[Bildunterschrift: Karte VR China ]Nach Informationen von RFA sollen die Proteste in Hetian bereits am 23. März auf dem traditionellen Sonntagsmarkt ausgebrochen , aber erst jetzt bekanntgeworden sein. Auslöser soll der Tod eines wohlhabenden uigurischen Geschäftsmannes in Polizeigewahrsam gewesen, der nach offiziellen Angaben angeblich einem Herzanfall erlegen sein soll. Von den Demonstranten wird das allem Anschein nach bezweifelt. Die Stadtregierung machte "die drei bösen Kräfte" - "Separatismus, Terrorismus und Extremismus" - für die Proteste verantwortlich.
Die Region Xinjiang, zu der Hetian gehört, wird vornehmlich von Uiguren bewohnt - einem Turkvolk, das sich - wie die Tibeter - gegen die chinesische Herrschaft auflehnt. Die Menschen beklagen kulturelle und religiöse Unterdrückung. Das frühere Ostturkestan ist - ähnlich wie Tibet - seit der Gründung der Volksrepublik 1949 eine autonome Region. Exil-Uiguren fordern eine Wiederherstellung der Ostturkestanischen Republik.
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