Rettungskräfte | Bildquelle: AP

Schwere Unwetter in Japan Historische Verwüstungen

Stand: 09.07.2018 12:56 Uhr

In Japan werden noch zahlreiche Menschen vermisst und viele weitere Todesopfer befürchtet. Starkregen und Erdrutsche haben schwere Schäden angerichtet und ganze Regionen verwüstet.

Von Jürgen Hanefeld, ARD-Hörfunkstudio Tokio

Auch wenn der Regen seit heute nachgelassen hat, die Verwüstungen im Südwesten Japans waren noch nie so groß. Sechs Tage nach Beginn der Katastrophe haben die Rettungskräfte weit mehr als 100 Todesopfer geborgen, aber weil viele Menschen noch vermisst werden, wird diese Zahl deutlich steigen.

In der Präfektur Hiroshima sind ganze Dörfer im Schlamm versunken. Die mehr als 70.000 Helfer können jetzt erst entlegene Weiler erreichen, weil viele Straßen einfach weggespült sind.

Ganze Städte überflutet, Zehntausende ohne Versorgung

Über das Wochenende waren Flüsse über die Ufer getreten, ganze Städte verwandelten sich in Seen, Tausende Menschen flüchteten sich auf Hausdächer. Zehntausende leben seit Tagen ohne Licht und Strom, auch die Wasserversorgung ist vielerorts zusammengebrochen. 30.000 Menschen harren in Evakuierungszentren aus.

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Zahlreiche Tote bei Regen und Überschwemmungen in Japan

Rettungskräfte und Angehörige stehen vor den Trümmern eines Hauses

Starkregen hat in Japan heftige Überschwemmungen und Erdrutsche verursacht. Flüsse traten über die Ufer, ganze Städte stehen unter Wasser - wie hier im Südosten des Landes. Die Regierung meldet bisher mindestens 176 Tote, Dutzende werden vermisst. | Bildquelle: AP

Am Vormittag sagte Premierminister Shinzo Abe seine geplante Europareise ab. "Diese außergewöhnlich starken Regenfälle haben inzwischen mehr als 100 Todesopfer gefordert, und der Schaden ist beträchtlich. Weil immer noch so viele Menschen vermisst werden, haben wir die Zahl der Hilfskräfte auf 73.000 erhöht. Sie tun ihr Äußerstes, um die Bewohner zu retten", sagte Abe.

Hunderte Erdrutsche und Überflutungen

Vielerorts erreichten die Wasserpegel historische Höchststände. Das zuständige Ministerium zählte allein 238 Erdrutsche und Überflutungen an mehr als 200 Stellen. Industriebetriebe mussten ihre Produktion einstellen, um die Sicherheit ihrer Mitarbeiter zu gewährleisten. Viele Straßen sind unpassierbar und der Bahnverkehr wurde unterbrochen.

Doch während die Feuerwehr noch nach Opfern in abgelegenen Dörfern sucht, sind andere Rettungskräfte schon dabei, die Infrastruktur Stück für Stück wiederherzustellen.

Mehr als 100 Tote durch Starkregen in Japan
Jürgen Hanefeld, ARD Tokio
09.07.2018 12:30 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 09. Juli 2018 tagesschau24 um 10:00 Uhr und NDR Info im "Mittagsecho" ab 13:00 Uhr.

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