Polizeieinsatz in Ouagadougou | Bildquelle: AFP

Terror in Burkina Faso 18 Menschen in Restaurant erschossen

Stand: 14.08.2017 10:36 Uhr

Bei einem Angriff mutmaßlicher Dschihadisten auf ein Restaurant in der Hauptstadt von Burkina Faso sind 18 Menschen getötet worden. Mindestens zwei Angreifer wurden erschossen. Wenige Meter entfernt hatte es 2016 einen ähnlichen Anschlag gegeben.

Von Jens Borchers, ARD-Studio Rabat

In Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou haben bewaffnete Angreifer am Sonntagabend das Feuer auf Gäste eines Restaurants eröffnet. 18 Menschen wurden getötet, mehr als 20 Verletzte in Krankenhäuser gebracht. Ouagadougou erlebt damit zum zweiten Mal einen Terrorangriff. Bereits im Januar 2016 hatte es eine Attacke auf ein bei Ausländern beliebtes Restaurant gegeben. Dasselbe Anschlagsmuster hat sich jetzt wiederholt.

Remi Dandjinou war schnell am Ort des Geschehens. Der Informationsminister von Burkina Faso lieferte in der Nacht einen Zwischenbericht des Terroranschlags: "17 Menschen wurden getötet, Verletzte sind in Krankenhäuser gebracht worden." In der Zwischenzeit erhöhte sich die Zahl der Opfer auf 18.

Polizeieinsatz in Ouagadougou | Bildquelle: REUTERS
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Die Polizei lieferte sich stundenlange Feuergefechte mit den Angreifern.

Polizei tötet zwei Angreifer

Während der Minister noch spricht, sind Schüsse im Hintergrund zu hören. Spezialkräfte der Armee von Burkina Faso waren zu diesem Zeitpunkt noch auf der Jagd nach den Angreifern. Mittlerweile heißt es aus Sicherheitskreisen, zwei Angreifer seien getötet worden. Wie viele Terroristen an diesem Anschlag beteiligt waren, ist noch unklar. "Menschen rannten überall herum", schildert ein Augenzeuge seine Beobachtungen.

Der Angriff auf das Restaurant Aziz Istanbul hatte mitten im Stadtzentrum begonnen. Stundenlang lieferten sich Soldaten Feuergefechte mit den Angreifern. Gegen vier Uhr in der Nacht seien keine Schüsse mehr zu hören gewesen, berichtete das Staatsfernsehen von Burkina Faso.

Viele Tote und Verletzte bei Anschlag in Ouagadougou
tagesschau 12:00 Uhr, 14.08.2017, Caroline Hoffmann, ARD Nairobi

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Mehr als 20 Verletzte

Mindestens 21 Verletzte sind in Krankenhäuser von Ouagadougou gebracht worden. Wie schwer sie verletzt wurden, ist nicht bekannt. Informationsminister Dandjinou konnte noch nichts über die Nationalität der Opfer sagen: "Wir kennen die Nationalität der Verletzten und der Getöteten noch nicht. Momentan versuchen wir, die Identität der Verwundeten in den Krankenhäusern festzustellen. Außerdem sind die Justizbehörden dabei, die Identifizierung der Toten festzustellen."

Ouagadougou hatte einen ähnlichen Anschlag bereits im Januar 2016 erlebt. Auch damals wurde ein Restaurant angegriffen, 30 Menschen starben, 71 wurden verletzt. Die Terrororganisation Al Kaida im Islamischen Maghreb bekannte sich zu diesem Attentat. Wer hinter dem jetzigen Angriff steckt, ist bisher noch unklar.

Terror nimmt zu in Burkina Faso

Burkina Faso erlebt aber auch außerhalb der Hauptstadt zunehmend Terrorattacken. Vor allem im Grenzgebiet zum Nachbarstaat Mali kommt es immer wieder Angriffen auf Soldaten, auf Polizeistationen, aber auch auf Zivilisten.

Das westafrikanische Land gehört zu einer Gruppe von Staaten in der Sahelzone, die sich gemeinsam gegen die zunehmende terroristische Bedrohung wehren wollen. Sie wollen deshalb eine schnelle Eingreiftruppe von mindestens 5000 Soldaten aufbauen.

Bundesregierung unterstützt Spezialeinheit

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen wird in Mali begrüßt. | Bildquelle: dpa
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Verteidigungsministerin von der Leyen begrüßte bei ihrem Besuch in Mali die Pläne einer Spezialeinheit.

Dieses Vorhaben hatte Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen Ende Juli ausdrücklich begrüßt, als sie in Mali stationierte Bundeswehrsoldaten besucht hatte: "Wir werden in der deutsch-französischen Initiative im September dazu eine Unterstützerkonferenz haben, die vor allem zum Ziel hat, die Fragen zu stellen: Was braucht die gemeinsame Truppe der G5-Sahel, welche Länder, welche Institutionen können wir gewinnen, um die G5-Sahel besser zu unterstützen, wie will sich G5-Sahel und die gemeinsame Truppe eigentlich selber organisieren?"

Mehr als 400 Millionen Euro würde eine solche Spezialeinheit kosten - wer das bezahlen soll, ist noch weitgehend offen. Klar ist nur: Der Terrorangriff in Ouagadougou zeigt, dass die Terrorismusgefahr in der Region nach wie vor sehr hoch bleibt.

Terroranschlag Ouagadougou: 18 Opfer und 2 Täter erschossen
Jens Borchers, ARD Rabat
14.08.2017 09:26 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 14. August 2017 Inforadio um 06:22 Uhr und die tagesschau um 12:00 Uhr.

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