Ein selbstfahrender Volvo SUV der Firma Uber liegt nach einem Unfall in Tempe, Arizona, auf der Seite.   | Bildquelle: FRESCO NEWS/Mark Beach

Nach Unfall Uber stoppt selbstfahrende Autos

Stand: 26.03.2017 18:18 Uhr

In den USA ist erneut ein selbstfahrendes Auto in einen Unfall verwickelt worden. Betroffen ist dieses Mal der Fahrdienstanbieter Uber. Er zog als Vorsichtsmaßnahme alle Fahrzeuge dieses Typs aus dem Verkehr - obwohl die Schuld offenbar ein anderer trug.

Der US-Fahrdienstanbieter Uber hat seine selbstfahrenden Test-Autos vorsichtshalber von der Straße genommen. Eines der Fahrzeuge war in einen Unfall verwickelt worden. An dem Zusammenstoß sei jedoch nicht der Wagen von Uber, sondern der Fahrer des anderen Autos schuld gewesen, der die Vorfahrt genommen habe, sagte eine Sprecherin der Polizei in Tempe im Bundesstaat Arizona dem Finanzdienst Bloomberg. Niemand sei ernsthaft verletzt worden.

Uber machte zunächst keine Angaben dazu, ob der Wagen zum Zeitpunkt des Unfalls von der Software oder vom Menschen am Lenkrad gesteuert wurde. Der Aufprall muss einige Wucht gehabt haben: Unter anderem der TV-Sender ABC veröffentlichte Fotos, auf denen zu sehen war, wie ein umgebautes Auto mit Ubers Roboterwagen-Sensoren auf dem Dach auf der Seite lag. Ein Passagier war dem Unternehmen zufolge nicht an Bord.

Uber befördert testweise auch Fahrgäste mit den Wagen, die in Pittsburgh und Arizona unterwegs sind. Der Chef von Ubers Roboterwagen-Entwicklung, Anthony Levandowski, hatte Ende Februar gesagt, dass rund ein Dutzend selbstfahrende Autos der Firma auf der Straße seien.

Uber testete zunächst ohne Erlaubnis

Um Ubers Roboterwagen-Programm waren zuletzt mehrere Kontroversen entbrannt. In Arizona fahren die Wagen überhaupt erst, weil Kalifornien sie rausschmiss. Denn Levandowski startete im Dezember Testfahrten in der Uber-Heimatstadt San Francisco, ohne eine Erlaubnis für selbstfahrende Fahrzeuge zu beantragen. Etwa zwei Dutzend Unternehmen besitzen sie hingegen - darunter etablierte Autobauer, Zulieferer oder die Google-Schwesterfima Waymo.

Schriftzug von Uber
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Uber stand bereits mehrfach in der Kritik.

Nachdem Uber sich weigerte, eine solche Lizenz zu beantragen, annullierte Kalifornien die Kennzeichen der Autos. Uber musste nach Arizona ausweichen. Inzwischen gab der Fahrzeug-Vermittler aber klein bei und besorgte sich die Erlaubnis für Kalifornien.

Nicht der erste Vorfall

Bei dem Unfall handelt es sich nicht um den ersten Vorfall mit einem selbstfahrenden Auto: Noch während der Fahrten durch San Francisco überquerte einer der Uber-Wagen eine Fußgänger-Kreuzung auf Rot. Uber sprach damals von menschlichem Versagen und es entstand der Eindruck, dass ein Mensch in dem Moment das Auto gesteuert habe. Später berichtete die "New York Times" aber unter Berufung auf interne Unterlagen, dass die Software die rote Ampel nicht erkannt habe und der menschliche Fehler darin bestanden habe, nicht schnell genug eingegriffen zu haben.

Unfälle mit selbstfahrenden Autos sind aber zum Beispiel auch Google und der Firma Waymo passiert, in der der Internet-Gigant die Entwicklung inzwischen gebündelt hat. Aber meist waren Menschen den vorsichtig fahrenden Roboterwagen von hinten aufgefahren. Nur einmal nahm ein Google-Auto einem Bus bei niedriger Geschwindigkeit die Vorfahrt und es gab einen Blechschaden.

Uber steht zudem wegen einer Klage von Waymo unter Druck. Der Vorwurf lautet, die Wagen des Fahrzeug-Vermittlers seien mit gestohlener Technologie der Google-Roboterwagen unterwegs. Levandowski - einer der langjährigen führenden Technik-Entwickler bei Google - habe bei seinem Abgang bei dem Internet-Konzern Dateien mit Geschäftsgeheimnissen heruntergeladen, heißt es. Dazu gehöre die Technologie der Laser-Radare, mit denen die Autos ihre Umgebung abtasten. Uber wies die Klage als Versuch, einen Konkurrenten auszubremsen, zurück. Levandowski hatte die Laser-Radare bei Google federführend entwickelt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. März 2017 um 09:49 Uhr.

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