Wellen brechen am 23.11.2017 im Hafen von Comodoro Rivadavia (Argentinien) an die Ufermauern.  | Bildquelle: dpa

Suche vor argentinischer Küste Verschollenes U-Boot explodiert?

Stand: 23.11.2017 17:48 Uhr

Am Tag des Verschwindens des argentinischen U-Bootes "San Juan" hat es im Meer eine Explosion gegeben. Das teilte ein Sprecher der argentinischen Marine bei einer Pressekonferenz mit. Die Suche nach den 44 Besatzungsmitgliedern geht weiter.

In dem seit Tagen vor der argentinischen Küste vermissten U-Boot hat es möglicherweise eine Explosion gegeben, bestätigte Enrique Balbi, Sprecher der argentinischen Marine. Ein bei der Suche ermitteltes Geräusch gleiche dem einer nicht-atomaren Explosion, sagte er. Das Geräusch sei am 15. November im Südatlantik auf der vorgesehenen Route des U-Boots aufgezeichnet worden. Die Information zu dem Geräusch hatte Argentinien erst am Mittwoch dieser Woche von den USA erhalten.

Gut 30 Schiffe und 16 Flugzeuge beteiligen sich im Südatlantik an der Suche nach der "San Juan". Mittlerweile sind sie in ein vorheriges Suchgebiet zurückgekehrt, um dem von Experten ermittelten Geräusch nachzugehen.

Marinesprecher vor Flagge Argentiniens | Bildquelle: dpa
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Marinesprecher Balbi erklärte, es habe sich um ein "anormales Ereignis, einmalig, kurz, stark und nicht-nuklear" gehandelt.

Kapitän meldete Kurzschluss an Bord

Die akustische Anomalie sei rund 30 Seemeilen (55,5 km) nördlich vom Ort der letzten Funkverbindung und etwa zweieinhalb Stunden nach der letzten Nachricht von Bord des U-Boots verzeichnet worden, sagte der Marinesprecher. Der Kapitän der "San Juan" hatte am 15. November über Funk gemeldet, dass es an Bord einen Kurzschluss in der Batterie-Anlage gegeben habe. Die Panne sei jedoch behoben worden, hieß es in dieser letzten Verbindung mit dem U-Boot.

Die Hoffnung, das U-Boot "San Juan" zu finden, schwindet
tagesschau 20:00 Uhr, 23.11.2017

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Das U-Boot befand sich auf der Fahrt nordwärts von Ushuaia auf Feuerland zu seinem Heimathafen Mar del Plata, 400 Kilometer südlich von Buenos Aires. Nach den Berechnungen von Experten hätte der Sauerstoff an Bord des U-Boots bis maximal Mittwoch gereicht, wenn es seit der letzten Funkmeldung nicht mehr an der Wasseroberfläche war.

An Bord sind 43 Männer und die erste U-Boot-Offizierin des Landes.

Angehörige der vermissten Besatzungsmitglieder erheben Vorwürfe gegen die Marine und die Regierung. Diese habe viel zu spät einen Notfall erklärt und Hilfe aus dem Ausland angefordert. Argentiniens Marine sei nicht für die Suche nach einem U-Boot ausgerüstet, geschweige denn für eine Rettung unter Wasser, beklagen sie.

Andere befürchten. dass das Schlimmste längst eingetroffen sei. "Sie belügen uns", mutmaßt Itatí Leguizamón, die Ehefrau eines Besatzungsmitglieds im Interview mit dem argentinischen Sender Radio Mitre. "Sie sagen uns nicht, dass sie bereits tot sind."

"Wir beten die ganze Zeit", sagt eine Angehörige. "Wir haben alle Freunde kontaktiert und eine Gebetskette die ganze Nacht hindurch organisiert. Wir hoffen, dass sie das Boot finden - wir warten jede Minute darauf, dass es endlich eine gute Nachricht gibt, und nicht diese Nebelkerzen."

Die "San Juan" wurde Anfang der 1980er-Jahre in den Nordseewerken in Emden gebaut und 1985 an die Marine Argentiniens übergeben.

Mit Informationen von Ivo Marusczyk, ARD-Studio Buenos Aires

Suche nach argentinischem U-Boot: Marine bestätigt Explosion
Ivo Marusczyk, ARD Buenos Aires
24.11.2017 11:26 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 23. November 2017 um 12:00 Uhr.

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