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10.02.2010

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Ausland
McCain und Obama
TV-Duell: McCain vs. Obama 1:1
Keine Überraschungen im TV-Duell

McCain vs. Obama 1:1

Die US-Finanzkrise, der Irak-Krieg und die Haltung der USA gegenüber Russland - brisante Themen gab es genug beim TV-Duell zwischen den Präsidentschaftskandidaten McCain und Obama. Doch so richtig konnte sich keiner der beiden Kontrahenten durchsetzen.

Von Klaus Kastan, BR-Hörfunkstudio Washington

90 Minuten Diskussion nonstop zwischen Barack Obama und John McCain  – und gleich am Anfang legte Moderator Jim Lehrer die Regeln fest: Nur zur Begrüßung der beiden Kontrahenten und am Ende durfte beim ersten TV-Duell zwischen den beiden Präsidentschaftskandidaten geklatscht werden. Ansonsten waren während der Diskussion in der University of Mississippi in Oxford Applaus und Beifallsbekundungen wie auch Pfiffe und Zwischenrufe strikt verboten.

Bei der Diskussion ging es neben der Außenpolitik vor allem um die Finanzkrise. Die Fragen des Moderators waren nüchtern, kritisch und unparteiisch: Ob er für den Bankenrettungsplan stimmen werde, wollte Jim Lehrer von McCain wissen. "Ja, sicherlich", antwortete dieser wenig begeistert. Und auch die Antwort von Obama hörte sich ähnlich an. "Wir haben jetzt noch nicht die letzte Formulierung des Planes gesehen", so der demokratische Präsidentschaftskandidat. Daran werde aber im Moment vermutlich noch gearbeitet. 

"Die Regierung hat uns geändert"

Barack Obama (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: "Sie haben den Etatplänen der Regierung zugestimmt", griff Obama seinen Kontrahenten an. ]
Aber wie wollen Obama und McCain als Präsidenten die Finanzkrise langfristig in den Griff bekommen? Der republikanische Präsidentschaftskandidat forderte, als erstes müssten die Ausgaben in Washington wieder unter Kontrolle gebracht werden. "Wir sind Republikaner und kamen an die Macht, um die Regierung zu ändern. Doch stattdessen hat uns die Regierung geändert", so McCain.  

Für Obama war diese Aussage natürlich eine Einladung, die Politik der Bush-Administration stark anzugreifen. "Es war Ihr Präsident in den letzten Jahren, der die steigende Ausgabenpolitik und das Staatsdefizit zu verantworten hatte", so Obama. Weiterhin warf er McCain vor, den Etatplänen George W. Bushs fast immer zugestimmt zu haben.  

Obama in seinem Element, McCain kontert geschickt

John McCain (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Doch McCain konterte: "Ich habe dem Präsidenten oft widersprochen." ]
Da war Obama in seinem Element. Schon seit Monaten ist es seine Strategie, der Öffentlichkeit zu sagen, dass ein Präsident McCain nichts anderes als eine dritte Amtszeit des jetzigen Präsidenten Bush sei. Doch der republikanische Präsidentschaftskandidat konterte geschickt: Er habe während seiner Amtszeit als Senator dem Präsidenten oft widersprochen, sowohl bei den Ausgaben und der Klimapolitik wie auch beim Thema "Folter von Gefangenen", beim Gefangenenlager Guantanamo und bei der Art und Weise, wie der Irak-Krieg geführt wurde.  

Thema bei dem TV-Duell war auch die Außen- und Sicherheitspolitik. Hier warf Obama der Regierung vor, den Irak-Krieg hätte man gar nicht anfangen dürfen. Und McCain beschuldigte Obama, dass er gegen die Truppenverstärkung im Irak gewesen sei, die sich im Nachhinein als die richtige militärische Strategie erwiesen hätte.

"KGB-geführte Apparatschik-Regierung in Russland"

Relative Einigkeit bestand beim Thema "Russland", auch wenn hier McCain aggressiver argumentierte als sein demokratischer Kontrahent. Russland sei jetzt eine Nation geworden, die voll gepumpt sei mit Dollars aus dem Energiegeschäft, so McCain. Grundsätzlich handele es sich aber um eine KGB-geführte Apparatschik-Regierung. "Ich habe in die Augen von Wladimir Putin geblickt, und darin sah ich drei Buchstaben: KGB", so McCain. 

Nach 90 Minuten war das Duell beendet. Die beiden Kontrahenten schüttelten sich freundlich die Hände – und wurden dann auf der Bühne von ihren Frauen in den Arm genommen. Bis zum Wahltag am 4. November werden Obama und McCain noch zweimal zusammentreffen, auch die beiden Vize-Kandidaten Joe Biden und Sarah Palin werden im Fernsehen debattieren.

Stand: 27.09.2008 11:26 Uhr

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