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TV-Duell Ryan und Biden

Duell der US-Vizekandidaten Biden und Ryan

Ein bissiger Schlagabtausch der Stellvertreter

Das Duell der Vizepräsidentschaftskandidaten in den USA, Ryan und Biden, war lebhafter als der Schlagabtausch ihrer Chefs: Ryan warf seinem Gegner wegen des Anschlags auf die Botschaft in Libyen Versagen in der Außenpolitik vor, Biden zog die Wirtschaftskompetenz der Republikaner in Zweifel.

Von Martin Ganslmeier, NDR-Hörfunkstudio Washington

Von Beginn an war das Duell zwischen Joe Biden und Paul Ryan ein offener Schlagabtausch auf hohem Niveau - deutlich lebhafter und interessanter als die Debatte vor einer Woche zwischen Obama und Romney.

Wer gedacht hätte, dass sich der junge und unerfahrene Ryan bei außenpolitischen Themen zurückhält, sah sich getäuscht. Gleich am Anfang der Debatte warf Ryan der US-Regierung vor, den Anschlag auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi trotz vorheriger Warnungen nicht verhindert zu haben: "Was wir im Fernsehen sehen, ist der Zusammenbruch der Außenpolitik Obamas."

Die Auswirkungen des TV-Duells der US-Vizekandidaten
tagesschau 17:00 Uhr, 12.10.2012, Tina Hassel, ARD Washington

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Anders als Barack Obama versuchte Joe Biden erst gar nicht, sich präsidial zurückzuhalten: "Bei allem Respekt!", entgegnete er Ryan, "das ist doch ein Haufen Blödsinn!"

Und Biden ging sofort in die Gegenoffensive: Gerade Ryan habe als Vorsitzender des Haushaltsausschusses das Budget für Sicherheitsmaßnahmen der Botschaften um 300 Millionen Dollar gekürzt. Dass Mitt Romney sofort nach dem Anschlag die Regierung kritisiere, sei eines Präsidenten nicht würdig.

Biden und Ryan stellen sich TV-Duell
M. Ganslmeier, NDR Washington
12.10.2012 08:10 Uhr

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Gegenseitige Schuldzuweisungen beim Thema Wirtschaft

Einen ähnlich munteren Schlagabtausch lieferten sie sich beim Thema Wirtschaft. Amerika gehe es heute schlechter als vor vier Jahren, sagte Ryan: "23 Millionen Amerikaner suchen verzweifelt Arbeit, 15 Prozent leben in Armut!" und ergänzte: "So sieht keine Erholung der Wirtschaft aus. Ihr habt etwas Besseres verdient!"

"Es war eure Politik, die uns das alles eingebrockt hat", konterte Biden. Dagegen habe Präsident Obama neue Jobs in der Industrie und im Umweltsektor geschaffen und vor allem General Motors gerettet. Und was habe Gouverneur Romney gemacht? "Er hat sich nicht für die Autoindustrie eingesetzt. Er hat einfach gesagt, lass sie doch bankrott gehen", sagte Biden.

Doch Paul Ryan ließ sich an keiner Stelle der Debatte aus dem Konzept bringen. Er wirkte genauso auf den Punkt vorbereitet wie eine Woche zuvor Romney. An einer Stelle brachte er das Publikum sogar zum Lachen,  als er auf die allgemein bekannte Schwäche des Vizepräsidenten anspielt, "dass manchmal nicht die richtigen Worte aus seinem Mund kommen."

Ein Plakat bewirbt die Debatte der Vizepräsidenten in Danville, Kentucky.
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Ein Plakat bewirbt die Debatte der Vizepräsidenten in Danville, Kentucky.

Stilistische Vorteile für Ryan

Am Ende der von ABC-Journalistin Martha Raddatz sehr gut moderierten Debatte waren sich die Experten einig: Unentschieden, bei leichten stilistischen Vorteilen für Ryan. Denn bei aller Angriffslust, die Biden an den Tag legte, fiel sein Kopfschütteln über die Äußerungen des Republikaners manchmal zu heftig aus.

Die Republikaner können sich Hoffnung machen, dass ihr Umfrage-Hoch anhält. Präsident Obama kann mit dem Auftritt seines Vize zufrieden sein. Für einen echten Meinungsumschwung muss ohnehin er selbst sorgen: Am 16. und 22. Oktober im zweiten und dritten Fernsehduell mit Romney.

Stand: 12.10.2012 08:50 Uhr

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