Hintergrund

Karte: Aleppo, Damaskus und Latakia, Syrien

Konflikt zwischen Russland und der Türkei Streitfall Turkmenen

Stand: 24.11.2015 14:28 Uhr

Russland und die Türkei haben unterschiedliche Interessen in Syrien. Dabei geht es nicht nur um die Haltung gegenüber dem syrischen Präsidenten Assad und dem IS. Auch russische Luftangriffe auf die Turkmenen erzürnen Ankara - die Volksgruppe steht unter türkischem Schutz.

Die Turkmenen in Syrien haben außer dem Namen nur wenig mit den Bewohnern der mittelasiatischen Republik Turkmenistan gemeinsam. Sie sind Nachfahren türkischer Volksgruppen, die bis zum Ersten Weltkrieg über einen längeren Zeitraum in diesem Teil des damaligen Osmanischen Reiches siedelten.

Heute lebt die auch als Turkomanen bezeichnete Minderheit vor allem in den syrischen Provinzen Aleppo und Latakia sowie im Großraum Damaskus. Die mehrheitlich sunnitischen Muslime haben meist türkische und aserbaidschanische Dialekte als Muttersprache.

Turkmenen kämpfen gegen Assad

Internationale Organisationen und Wissenschaftler schätzen, dass etwa 140.000 bis 200.000 Turkmenen in Syrien leben. Türkische Medien sprechen von 1,5 Millionen und mehr Turkmenen in Syrien, die noch ihre ursprünglichen Sprachen und Traditionen pflegen. Im syrischen Bürgerkrieg kämpfen Turkmenen in verschiedenen Rebellengruppen gegen Machthaber Bashar al-Assad.

Die Türkei sieht sich als Schutzmacht der Minderheit. Wegen der Angriffe der russischen Luftwaffe auf einige Dörfer der Turkmenen bestellte Ankara jüngst den russischen Botschafter ein.

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