Im Atommülllager "Hanford Site" ist ein Tunnel eingestürzt. | Bildquelle: REUTERS

Plutoniumanlage in USA Tunnel in Atommülldeponie stürzt ein

Stand: 10.05.2017 05:54 Uhr

Nach dem Einsturz eines unterirdischen Atommülllagers in der gigantischen Nuklearanlage Hanford Site im Westen der USA ist Sicherheitsalarm ausgelöst worden. Radioaktives Material soll nicht ausgetreten sein.

Der Einsturz eines Tunnels in einer ehemaligen Plutoniumfabrik im US-Bundesstaat Washington hat zu einer Notfallsituation geführt. Mitarbeiter hatten den sechs mal sechs Meter großen Erdeinbruch auf dem Gelände der "Hanford Site" bemerkt. Nach Angaben eines Sprechers war ein unterirdischer Tunnel aus Zement und Holz eingebrochen, in dem Atommüll auf Eisenbahn-Waggons gelagert wird.

Mehrere Tausend Mitarbeiter seien nach einem Sicherheitsalarm in Schutzräumen untergebracht worden, teilten die Behörden mit. Niemand sei verletzt worden, sagte Destry Henderson, Sprecher der "Hanford Site"-Einsatzzentrale, mehrere Stunden nach dem Vorfall. Es gebe keine Hinweis auf eine Freisetzung von Strahlung.

Material für Nagasaki-Bombe

Mit der "Hanford Site" wurde 1944 der erste große Plutonium-Reaktor der Welt in Betrieb genommen. Er liegt rund 300 Kilometer südöstlich der Großstadt Seattle am Columbia-Fluss. Das gesamte Gelände "Hanford Site" gilt als die größte Atommülldeponie auf dem amerikanischen Kontinent. Mit dem dort hergestellten Plutonium wurde auch die Atombombe hergestellt, die die Amerikaner am 9. August 1945 über Nagasaki abwarfen.

1987 wurde die Produktion eingestellt. Heute dient die Anlage als Entsorgungsstätte für verstrahltes Material. Seit 1989 führt das Energieministerium auf der Atommülldeponie eine auf Jahrzehnte angelegte Umweltsanierung durch, die voraussichtlich bis 2060 dauern soll.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 10. Mai 2017 um 07:00 Uhr.

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