Tunesische Einsatzkräfte bei Gefechten mit Islamisten, die in Ben Guerdane Militär und Polizeiposten angriffen | Bildquelle: AFP

Angriff an der Grenze zu Libyen Mehr als 50 Tote bei Kämpfen in tunesischer Grenzstadt

Stand: 07.03.2016 18:59 Uhr

Bei Angriffen auf Militär- und Polizeiposten in der tunesischen Stadt Ben Guerdane an der Grenze zu Libyen sind mehr als 50 Menschen getötet worden. Darunter sollen viele Angreifer, aber auch sieben Zivilisten sein. Offenbar waren die Angreifer islamistische Kämpfer.

Bei Kämpfen in der tunesischen Stadt Ben Guerdane an der Grenze zu Libyen sind mehr als 50 Menschen getötet worden. Laut Verteidigungs-und Innenministerium handelt es sich bei den Angreifern um islamistische Kämpfer.

Vier Zivilisten getötet

Nach Angaben des tunesischen Verteidigungsministeriums versuchten die Bewaffneten, ein Polizierevier und mehrere Militärposten nahe der Grenzstadt zu erstürmen. Die tunesischen Sicherheitskräfte hätten den Angriff abgewehrt. Innen- und Verteidigungsministerium meldeten, dabei seien 28 bewaffnete Angreifer getötet woren. Der Attacke fielen demzufolge jedoch auch zehn Sicherheitskräfte und sieben Zivilisten, darunter ein zwölfjähriges Mädchen, zum Opfer. Zwei Verdächtige seien festgenommen worden. Armeeinheiten hätten außerdem eine Attacke auf Kasernen der Stadt zurückgeschlagen.

Man habe alle Straßen zur Stadt abgeriegelt und Bewohner der Stadt aufgefordert, vorsichtshalber zu Hause zu bleiben. Für die kommende Nacht gilt eine Ausgangssperre bis 5 Uhr am Morgen. Das Militär habe die volle Kontrolle über die Stadt, hieß es. Sicherheitskräfte würden nun entkommene Kämpfer verfolgen.

Zweiter Zwischenfall in der Stadt in einer Woche

Bei Ben Guerdane hatten sich Sicherheitskräfte bereits am Mittwoch vergangener Woche Gefechte mit Extremisten geliefert. Bei vier von fünf Getöteten handelte es sich nach Behördenangaben um Tunesier, die über die libysche Grenze gekommen waren, um in Tunesien Anschläge zu verüben.

In Tunesien hatte die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) im vergangenen Jahr mehrere Anschläge verübt, die in Libyen geplant worden sein sollen. Die Miliz bekannte sich auch zu dem Überfall auf das Bardo-Museum in der Hauptstadt Tunis, bei dem mehr als 20 Touristen getötet wurden.

Aus Sorge vor dem Eindringen von Extremisten hat Tunesien bereits seine Grenze zusätzlich gesichert. Libyen wird seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 von konkurrierenden Milizen beherrscht. Sie ringen neben zwei rivalisierenden Regierungen und Parlamenten in Tobruk und der Hauptstadt Tripolis um die Macht. Der IS nutzt die Lage, um sich in dem nordafrikanischen Land auszubreiten.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 07. März 2016 um 15:30 Uhr.

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