Karte: Tunesien

Weitere Festnahmen in Tunesien "Gefährliche" Gruppe ausgehoben

Stand: 25.12.2016 17:35 Uhr

Ermittler in Tunesien haben fünf mutmaßliche Dschihadisten festgenommen. Das Innenministerium sprach von einer "gefährlichen" Gruppe. Bisher gibt es keine Hinweise, dass sie im Zusammenhang mit dem Anschlag in Berlin stehen oder Verbindungen zum mutmaßlichen Attentäter, Amri, gehabt haben.

Tunesische Sicherheitskräfte haben fünf weitere mutmaßliche Dschihadisten festgenommen. Man habe in einem Randgebiet der Hauptstadt Tunis eine "gefährliche" Gruppe ausgehoben, teilte das tunesische Innenministerium mit. Diese sei für die Rekrutierung und Entsendung von Kämpfern ins Ausland verantwortlich. Die Festgenommenen seien zwischen 25 und 40 Jahre alt.

Bislang gibt es aber keine Hinweise, dass die Festnahmen in Zusammenhang mit dem Anschlag in Berlin und dem mutmaßlichen Täter Anis Amri stehen.

Festnahmen auch bereits am Samstag

Am Samstag hatten Ermittler in Tunesien drei Männer in Gewahrsam genommen, die mit Amri in Verbindung stehen sollen. Einer der Verdächtigen sei sein Neffe. Amri habe gewollt, dass dieser der Terrormiliz "Islamischer Staat" die Treue schwöre.

Die Behörden in Tunesien hatten zuletzt mitgeteilt, dass 800 Extremisten, die aus Ländern wie Libyen, Syrien oder dem Irak wiedergekehrt waren, in dem nordafrikanischen Land unter Sicherheitsüberwachung stehen.

Am Samstag hatten hunderte Menschen vor dem Parlament in Tunis gegen eine Rückkehr von Dschihadisten in ihr Land protestiert. Mehrere Nichtregierungsorganisationen hatten zu der Demonstration aufgerufen, an der laut den Veranstaltern rund 1500 Menschen teilnahmen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. Dezember 2016 um 16:00 Uhr

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