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Angespannte Situation im türkisch-syrischen Grenzgebiet

Türkei hilft Flüchtlingen - trotz neuen Beschusses

Inmitten der angespannten Situation zwischen der Türkei und Syrien ist auf der türkischen Seite der Grenze ein weiteres großes Flüchtlingslager in Betrieb genommen worden. Die Einrichtung nahe Akcakale sei das insgesamt fünfte Lager, zitierte die Nachrichtenagentur Anadolu den Katastrophenschutz des Landes. Inzwischen halten sich nach offiziellen Angaben mehr als 93.000 Menschen in den Lagern auf. Andere Syrer haben bei Verwandten oder Freunden Obdach gesucht.

Allein heute flohen mehr als 400 Syrer vor dem Bürgerkrieg über die Grenze in die Türkei. Unter ihnen sollen sich laut Anadolu auch Offiziere befinden. Verletzte wurden in Krankenhäuser und verschiedene Flüchtlingslager in der Provinz Hatay gebracht.

Die Regierung in Ankara hatte mehrfach betont, dass mehr als 100.000 Menschen nicht zu versorgen seien. Auch in den Libanon und nach Jordanien sind bereits zehntausende Menschen geflohen.

Rebellen erobern Grenzposten

Unterdessen gingen die Kämpfe im Grenzgebiet in mehreren Regionen weiter. Aus der Nähe von Akcakale wurden Kämpfe gemeldet. Erneut schlug mindestens eine in Syrien abgefeuerte Granate in der Nähe des Ortes ein. Die türkische Armee schoss nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters als direkte Antwort eine Granate zurück. Ob es Opfer gegeben hat, ist noch unklar.

Nach einem Granateinschlag steigt Rauch über türkischem Territorium auf.
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Nach dem Granateinschlag steigt Rauch über türkischem Territorium auf.

Ob die syrische Armee oder eine syrische Rebellengruppe für den Beschuss verantwortlich ist, ist nicht bekannt. Nahe Akcakale war in den vergangenen Tagen mehrfach Feuer ausgetauscht worden. Am Mittwoch hatte eine aus Syrien abgefeuerte Granate fünf Menschen in der Türkei getötet. Einen Tag später gab das türkische Parlament grünes Licht für grenzübergreifende Einsätze.

Rebellen erobern angeblich Grenzposten

Auch aus dem Westen Syriens wurden neue Kämpfe gemeldet. Kämpfer der Freien Syrischen Armee eroberten nach eigenen Angaben einen Grenzposten in der Nähe von Güvecci in der Provinz Hatay. Über dem dreistöckigen Gebäude auf einem Hügel wehte nach Augenzeugenberichten die Fahne der Rebellengruppe. Auch nach der Einnahme des Postens sollen Schüsse in dem Gebiet gefallen sein, Zeugen berichten von Rauch, der dort aufsteigt.

Die Regierung von Präsident Baschar al Assad kämpft erbittert um die Kontrolle über die Landesgrenzen. Nach Einschätzung der Regierung könnten die Rebellen über die Grenze mit Geld, Waffen, Ausrüstung und Kämpfern versorgt werden.

Markus Kaim (Stiftung Wissenschaft und Politik) zum syrisch-türkischen Grenzkonflikt
wochenspiegel 12:45 Uhr, 07.10.2012

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Neue Kämpfe in Damaskus und Aleppo

Im Großraum Damaskus startete die Armee laut der staatlichen Nachrichtenagentur Sana eine neue Offensive gegen Rebellengruppen. Mehrere Vororte seien "von Terroristen gesäubert" worden, meldete Sana. Die Vororte seien nun "sichere Zonen". Oppositionelle meldeten, dass mindestens zehn Leichen gefunden worden seien. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Auch in der seit Wochen umkämpften Stadt Aleppo wurde eine neue Armeeoffensive gestartet. Es habe mehrere Tote gegeben, so Oppositionsgruppen.

Nahostexpertin Kristin Helberg analysiert die Lage in Syrien
DLF
07.10.2012 08:59 Uhr

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USA wollen Ausbreitung des Konflikts verhindern

Zuvor hatten die USA vor einem Flächenbrand in der Region gewarnt. Zwar müsse abgewartet werden, ob der Konflikt in Syrien auf Nachbarländer wie die Türkei übergreifen werde - aber die Tatsache, dass sich die beiden Länder gegenseitig beschießen, gebe Anlass zur Sorge, dass sich der Konflikt ausweite, sagte US-Verteidigungsminister Leon Panetta. Die USA bemühten sich über diplomatische Kanäle darum, das Übergreifen des syrischen Bürgerkriegs auf Nachbarländer zu verhindern.

Stand: 07.10.2012 16:54 Uhr

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