Seitenueberschrift
Zwischenfälle an der türkisch-syrischen Grenze
USA warnen vor Ausweitung des Syrien-Konflikts
Die USA zeigen sich zunehmend besorgt, dass sich die anhaltenden Auseinandersetzungen an der türkisch-syrischen Grenze zu einem Flächenbrand ausweiten könnten.
Zwar müsse abgewartet werden, ob der Konflikt in Syrien auf Nachbarländer wie die Türkei übergreifen werde - aber die Tatsache, dass sich die beiden Länder gegenseitig beschießen, gebe Anlass zur Sorge, dass sich der Konflikt ausweite, sagte US-Verteidigungsminister Leon Panetta. Die USA bemühten sich über diplomatische Kanäle darum, das Übergreifen des syrischen Bürgerkriegs auf Nachbarländer zu verhindern.
Auch Außenminister Westerwelle beunruhigt
Auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle zeigte sich beunruhigt. "Ich bin in großer Sorge. Die Lage an der syrisch-türkischen Grenze ist leider sehr ernst", sagte Westerwelle der "Bild am Sonntag".
Am Samstag waren erneut Granaten aus Syrien auf türkischem Gebiet gelandet. Es wurde niemand verletzt. Schon am Mittwoch waren in einem türkischen Grenzdorf beim Einschlag einer aus Syrien kommenden Granate fünf Menschen getötet worden. Seitdem hat türkische Artillerie mehrmals Ziele in Syrien beschossen.
Markus Kaim (Stiftung Wissenschaft und Politik) zum syrisch-türkischen Grenzkonflikt
wochenspiegel 12:45 Uhr, 07.10.2012
Türkei will keinen Krieg
Der türkische Regierungschef Tayyip Erdogan hatte zuvor erklärt, die Türkei wolle keinen Krieg. Doch wer die Reaktionsfähigkeit und Entschlossenheit seines Landes testen wolle, begehe einen "tödlichen Fehler". "Wir haben kein Interesse an einem Krieg, aber wir sind auch nicht weit von einem Krieg entfernt", sagte er.
Die NATO stellte sich hinter ihren Bündnispartner. Der tödliche Angriff auf das Grenzdorf Akcakale war auch vom UN-Sicherheitsrat auf das Schärfste verurteilt worden.
Nahostexpertin Kristin Helberg analysiert die Lage in Syrien
DLF
07.10.2012 08:59 Uhr
Kämpfe in Syrien halten an
In dem seit 18 Monaten anhaltenden Aufstand in Syrien gegen Präsident Baschar al Assad sind nach Angaben der Vereinten Nationen bislang mehr als 30.000 Menschen getötet worden.
Allein am Samstag seien bei Kämpfen im ganzen Land 36 Menschen ums Leben gekommen, erklärte die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Diese Angaben lassen sich allerdings nicht unabhängig überprüfen.
Stand: 07.10.2012 05:50 Uhr
