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Zahl der Flüchtlinge steigt wieder an
Tausende Syrer stranden an türkischer Grenze
Angesichts anhaltender Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Aufständischen sammeln sich an der syrisch-türkischen Grenze immer mehr Flüchtlinge. Mehr als 6000 Syrer sind nach Agenturmeldungen an mehreren Grenzübergängen zum Nachbarland gestrandet. Offenbar ist die Einreise in die Türkei mit Schwierigkeiten verbunden. Die Gründe hierfür sind noch unklar. Auch ein illegaler Übergang, an dem die Türkei Grenzgänger und Schmuggler bisher geduldet hatte, sei von Soldaten abgeriegelt worden, sagte ein syrischer Aktivist der Nachrichtenagentur dpa.
Nach Medienberichten, die sich auf Regierungsangaben stützen, verzögert sich die Einreise wegen strenger Sicherheitskontrollen. Hintergrund sei die Befürchtung, dass sich unter den Flüchtlingen auch Kämpfer der verbotenen kurdischen Untergrundorganisation PKK befinden. Die Wartenden würden aber von Hilfsorganisationen versorgt.
Weiter heftige Kämpfe zwischen Aufständischen und Regierungstruppen
tagesschau 20:00 Uhr, 27.08.2012, Jörg Armbruster, ARD Kairo
Wird die Grenze geschlossen?
In anderen Berichten hieß es dagegen, die türkische Regierung wolle nicht mehr alle Flüchtlinge aufnehmen. Auch diese Informationen sollen auf Regierungsangaben beruhen. Türkische Kommentatoren spekulieren weiter, es handele sich hierbei um den ersten Schritt zur Einrichtung einer Schutzzone auf syrischem Gebiet.
Die Türkei hatte offiziell bereits rund 80.000 Flüchtlinge aufgenommen. Sie leben nun in acht Zeltlagern, einer Containersiedlung und in Schulen. Weitere Flüchtlinge sind bei Verwandten oder Freunden untergekommen. Die Regierung hatte erklärt, sie könne höchstens 100.000 Syrern eine Zuflucht bieten.
Viele Kinder und Jugendliche geflohen
Auch in den benachbarten Libanon flüchten immer mehr Syrer. Offenbar überquerten heute binnen weniger Stunden mehr als 6000 Menschen die Grenze. Sie sollen vor allem aus Vororten der nahe gelegenen Hauptstadt Damaskus kommen. Der Libanon nahm bislang rund 50.000 Flüchtlinge auf.
In Jordanien halten sich nach Zählungen des Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) ungefähr 17.000 Flüchtlinge auf. Allein am vergangenen Wochenende seien mehr als 2000 Flüchtlinge hinzugekommen, so UNICEF. Gerade die geflüchteten Kinder litten unter Hitze, Sandstürmen und Wassermangel, sagte die Leiterin des Kinderhilfswerk in Jordanien, Dominique Hyde. Deswegen forderte sie mehr Spenden: "Wir brauchen mehr Geld, damit wir ihnen helfen können."
Assad-Gegner melden Hubschrauber-Abschuss
In der syrischen Hauptstadt gingen heute die Kämpfe unvermindert weiter. Regimegegner meldeten den Abschuss eines Kampfhubschraubers über dem Stadtteil Dschobar. Aus der Provinz Idlib vermelden beide Seiten Erfolge. Unabhängige Bestätigung für diese Berichte gibt es aber nicht.
Bereits am 13. August hatten die Rebellen den Abschuss einer MiG-21 im Osten den Landes gemeldet. Die syrische Regierung hatte dies dementiert und den Absturz auf technische Probleme zurückgeführt. Kampfflugzeuge und -hubschrauber der syrischen Armee können nahezu ungehindert Rebellenstellungen und Städte bombardieren, weil die Assad-Gegner über keine wirksame Luftabwehr verfügen.
Stand: 27.08.2012 15:56 Uhr
