Das russische Aufklärungsschiff "Liman" im Oktober 2016 | Bildquelle: REUTERS

Kollision vor türkischer Küste Russischer Aufklärer sinkt am Bosporus

Stand: 27.04.2017 15:11 Uhr

Vor der türkischen Küste im Schwarzen Meer ist ein russischer Auflklärer mit einem Viehfrachter zusammengestoßen. Alle Besatzungsmitglieder wurden gerettet. Moskau entsendete Kriegsschiffe und ein Flugzeug zum Unglücksort.

Nach einer Kollision mit einem Frachtschiff vor der türkischen Küste ist ein russisches Kriegsschiff gesunken. Der Vorfall habe sich vor dem Küstenort Kilyos nahe der Metropole Istanbul ereignet, meldete die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu. Das Aufklärungsschiff "Liman" der Schwarzmeerflotte sei am Mittag rund 40 Kilometer nordwestlich der Bosporus-Mündung mit dem Viehtransporter "Youzarsif H." kollidiert, teilte das russische Verteidigungsministerium mit. Demnach erlitt das russische Schiff bei der Kollision einen Wassereinbruch.

Alle 78 Besatzungsmitglieder seien in Sicherheit gebracht worden, meldete die russische Agentur Tass unter Berufung auf die Küstenwache. Tote oder Vermisste gebe es nicht, meldete Anadolu. Dem Verteidigungsministerium in Moskau zufolge wurden mehrere russische Kriegsschiffe und ein Flugzeug zum Unglücksort entsandt. Informationen von türkischen Behörden zufolge war die Kollision bedingt durch Nebel und schlechte Sicht.

8000 Schafe auf dem Weg nach Jordanien

Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim setzte sich kurz nach dem Vorfall mit seinem russischen Kollegen Dmitri Medwedjew in Verbindung und vermittelte ihm seine Betroffenheit. Das teilten türkische Regierungsstellen mit.

Die "Liman" ist ein früheres Forschungsschiff mit einer Länge von 73 Metern, das von der russischen Marine zum Aufklärungsschiff umgerüstet worden ist. Im Februar hatten russische Medien unter Berufung auf Militärkreise berichtet, die "Liman" werde ein Nato-Manöver im Schwarzen Meer verfolgen.

Der Zusammenstoß mit dem zivilen Schiff schlug laut Medieninformationen ein Loch im Rumpf unterhalb der Wasserlinie. Der Frachter "Youzarsif H." fährt unter der Flagge Togos. Nach Angaben des Senders NTV war das Schiff mit einer Ladung von mehr als 8000 Schafen auf dem Weg von Rumänien nach Jordanien. Zunächst gab es keine Informationen über den Status der "Youzarsif H." und deren Ladung. Den Sicherheitsbehörden zufolge waren zumindest die Besatzungsmitglieder des Frachters in Sicherheit.

Über dieses Thema berichteten am 27. April 2017 tagesschau24 um 15:30 Uhr in den "Hundert Sekunden" und Deutschlandfunk um 15:00 Uhr in den Nachrichten.

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