Wirtschaftsminister Zeybekci | Bildquelle: REUTERS

Minister kündigt Klage an Türkei wirft "Bild" Beleidigung vor

Stand: 07.03.2017 17:59 Uhr

Der türkische Wirtschaftsminister Zeybekci hat rechtliche Schritte gegen "Bild" angekündigt. Er warf der Zeitung "schwere Beleidigung" vor. Der Springer-Konzern erklärte, man werde sich nicht öffentlich dazu äußern.

Wegen Beleidigung will der türkische Wirtschaftsminister Nihat Zeybekci die "Bild"-Zeitung verklagen. In einer vom Presseamt verschickten Mitteilung kritisierte Zeybekci einen "empörenden Angriff, den wir auf keinen Fall akzeptieren können".

Auf welchen Artikel sich der Minister genau bezog, wurde nicht mitgeteilt. Möglicherweise bezieht er sich auf einen Bericht bei bild.de, in dem er als "treuester Kettenhund" von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan bezeichnet wurde.

"Bild" äußert sich nicht

Der Springer-Verlag will sich öffentlich nicht dazu äußern. "Aber wir werden das natürlich prüfen, wenn gegen 'Bild' juristisch vorgegangen werden soll", erklärte die Leiterin der Unternehmenskommunikation von Axel Springer SE, Edda Fels, zu den Vorwürfen.

Zeybekci sprach von "niveaulosen Beleidigungen", die gegen die ganze Türkei gerichtet seien. Daher würden "rechtliche Schritte gegen die betreffende Publikation eingeleitet und bis zum Schluss verfolgt". Der Artikel schade auch der Freundschaft zwischen Deutschland und der Türkei.

Zeybekci war am Wochenende in Köln und Leverkusen aufgetreten. Eine Kundgebung in Frechen wurde abgesagt. Zuvor war bereits ein anderer Auftritt in Köln abgesagt worden, was in der Türkei auf harsche Kritik gestoßen war. Erdogan warf Deutschland im Streit um Wahlkampfauftritte "Nazi-Praktiken".

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