Der Caglayan Palast - das zentrale Gericht in Istanbul | Bildquelle: REUTERS

Türkei 1800 Beamte sollen wieder eingestellt werden

Stand: 12.01.2018 09:29 Uhr

Hoffnung für türkische Staatsbedienstete: Etwa 1800 entlassene Beamte sollen wieder eingestellt werden, weil sich der Verdacht auf Mitgliedschaft in der Gülen-Bewegung nicht bestätigt hat. Die Betroffenen hatten lediglich eine Messenger-App genutzt.

Die Türkei wird 1800 entlassene Beamte wieder einstellen. Das berichtet die amtliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf ein entsprechendes Dekret. Im Fall der betroffenen Staatsbediensteten ging es um den Vorwurf des Herunterladens einer App zur Versendung verschlüsselter Botschaften.

Nach Behördenangaben wurde die betroffene App "ByLock" von der Bewegung des Predigers Fethullah Gülen verwendet, der von der Staatsführung für den Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich gemacht wird. Allerdings habe die Bewegung ein Programm entwickelt, das es so erscheinen lasse, als nutzten Unschuldige den verdächtigen Dienst. Demnach seien Personen, die eigentlich eine andere App heruntergeladen hätten, ohne ihr Wissen oder ihre Zustimmung zu "ByLock" umgeleitet worden.

Verdächtige noch im Gefängnis?

Bereits Ende Dezember hatte die Staatsanwaltschaft mitgeteilt, wegen der falschen Verdächtigungen könnten etwa 1000 Menschen aus dem Gefängnis entlassen werden, wenn es keine weiteren Beweise gegen sie gebe.

Die türkische Regierung macht den im US-Exil lebenden Gülen und seine Bewegung für den Putschversuch vom Sommer 2016 verantwortlich. Dieser weist eine Verwicklung in den Putschversuch allerdings zurück.

Türkei stellt 1800 Beamte wieder ein
Karin Senz, ARD Istanbul
12.01.2018 12:55 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 12. Januar 2018 um 10:00 Uhr.

Darstellung: