Karte: Diyarbakir, Cizre

Kampf gegen die PKK Türkische Armee beendet Einsatz in Cizre

Stand: 11.02.2016 14:52 Uhr

Nach rund zwei Monaten hat die türkische Armee ihren Einsatz gegen die PKK in der Stadt Cizre beendet. Dieser sei "sehr erfolgreich" gewesen, so Innenminister Ala. Teile der Stadt liegen in Trümmern, zu den Opferzahlen liegen widersprüchliche Angaben vor.

Die türkischen Behörden haben ihre Militäreinsätze gegen kurdische Rebellen in der Stadt Cizre im Südosten des Landes für beendet erklärt. Die 24-stündige Ausgangssperre bleibe aber in Kraft, sagte Innenminister Efkan Ala. Der Einsatz sei "sehr erfolgreich" gewesen.

In den vergangenen zwei Monaten hatten sich türkische Sicherheitskräfte erbitterte Straßenkämpfe mit PKK-Rebellen und -Sympathisanten geliefert. Dabei wurden auch schwere Waffen eingesetzt; ganze Straßenzüge liegen in Trümmern. Nach Armeenangaben waren noch gestern zwei Soldaten bei Gefechten getötet worden.

Massaker an Zivilisten?

Die Kurdenpartei HDP wirft der Regierung in Ankara vor, in Cizre ein Massaker an ungefähr 60 Menschen verübt zu haben, die in einem Keller Schutz vor den Kämpfen gesucht hatten. Die Regierung weist die Vorwürfe zurück. Insgesamt sollen laut HDP allein in Cizre seit Mitte Dezember 80 Zivilisten getötet worden sein; die Gesamtbilanz für das Kurdengebiet liegt demnach bei 211 zivilen Opfern.

Nach Angaben der Regierung wurden mehrere hundert PKK-Kämpfer bei den Gefechten getötet. Weder die Angaben der HDP, noch die Informationen der Regierung lassen sich unabhängig überprüfen, weil Journalisten in den Kampfgebieten kaum arbeiten können.

Türkische Einsatzkräfte in der Stadt Sirnak | Bildquelle: AFP
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Journalisten können in den Konfliktgebieten nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen arbeiten - eine Folge davon ist, dass es keine aktuellen Fotos aus Cizre gibt. Dieses Bild zeigt Einsatzkräfte in Sirnak (Dezember 2015)

Kurden-Konflikt neu aufgebrochen

Die Behörden hatte im Dezember in Cizre und anderen vorwiegend kurdischen Städten und Bezirken Ausgangssperren verhängt, während Soldaten und Sicherheitskräfte gegen Mitglieder der kurdischen Rebellenorganisation PKK kämpften. Die PKK hatte in einigen Städten einseitig Autonomiegebiete ausgerufen und diese mit Straßengräben und Barrikaden abgeschottet.

Bereits vor gut drei Wochen hatte die türkische Armee ihre Aktionen gegen kurdische Rebellen in Silopi beendet. In anderen Städten des kurdischen Südostens wird weiter gekämpft. Nach dem Scheitern des fragilen Friedensprozesses zwischen der türkischer Regierung und kurdischen Organisationen waren die Kämpfe im Juli wieder aufgeflammt.

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