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Rebellen im Kurdengebiet getötet Türkei setzt Angriffe auf PKK fort

Stand: 10.01.2016 11:45 Uhr

Die Türkei geht weiter mit aller Härte gegen die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK vor. Am Wochenende wurden 30 Rebellen im Südosten des Landes getötet. Außerdem seien knapp 60 mutmaßliche PKK-Kämpfer festgenommen worden, teilte die Armee mit.

Bei der Großoffensive gegen die PKK haben türkische Sicherheitskräfte im Südosten des Landes insgesamt 30 Rebellen der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans getötet. Nach Armeeangaben wurden bei Gefechten in der Stadt Cizre in der Provinz Sirnak nahe der Grenze zum Irak 16 Rebellen getötet. In Van nahe der iranischen Grenze entdeckte das Militär nach Angaben aus Sicherheitskreisen zwölf militante Kurden in einem Haus und tötete sie.

Zwei weitere Rebellen starben laut Armee in Sur, einem umkämpften Stadtteil der Kurdenhochburg Diyarbakir. In Silopi (Provinz Sirnak) wurden den Angaben zufolge 58 PKK-Kämpfer festgenommen, die sich als Bewohner ausgaben und aus der Stadt fliehen wollten.

Die Armee geht in den Kurdengebieten im Südosten des Landes seit Anfang Dezember mit aller Härte gegen Aktivisten vor. In mehreren Städten gelten Ausgangssperren, in manchen Gegenden herrschen kriegsähnliche Zustände. Nach Armeeangaben wurden in Cizre, Silopi und Sur insgesamt bereits mehr als 420 PKK-Kämpfer getötet.

In Diyarbakir gehen Sicherheitskräfte gegen mutmaßliche PKK-Anhänger vor (Foto vom 3. Januar 2016). | Bildquelle: AFP
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In Diyarbakir gehen Sicherheitskräfte gegen mutmaßliche PKK-Anhänger vor (Foto vom 3. Januar 2016).

Festnahmen in Istanbul

In Istanbul hatte am Freitag die Anti-Terror-Polizei mindestens sechs Mitglieder der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP festgenommen. Es hätten Hinweise vorgelegen, dass im HDP-Büro eine bei einem Mord verwendete Waffe versteckt worden sei. Die Partei wies dies zurück. Die von der islamisch-konservativen AKP geführte Regierung wirft der HDP Verbindungen zur PKK vor.

Kurdische Aufständische hatten im Jahr 1984 im Südosten der Türkei einen Kampf um größere Autonomierechte begonnen. Der jahrzehntelange Konflikt war im Sommer wieder eskaliert; der vor drei Jahren eingeleitete Friedensprozess kam zum Erliegen. Seit August 2015 wurden nach Angaben einer türkischen Menschenrechtsgruppe in dem Konflikt bis 162 Zivilisten getötet. Unter ihnen sind 32 Kinder, 29 Frauen und 24 ältere Menschen, wie die Menschenrechtsstiftung der Türkei erklärte.

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