Demonstranten mit türkischen Nationalflaggen stehen in Ankara Polizeibeamten vor der niederländischen Botschaft gegenüber. | Bildquelle: AP

Nach Minister-Ausweisung Niederländische Botschaft abgeriegelt

Stand: 12.03.2017 09:21 Uhr

Wegen der Ausweisung der Familienministerin hat die Türkei die diplomatischen Vertretungen der Niederlande abgeriegelt. Ministerpräsident Yildirim kündigte eine harte Antwort an. In beiden Ländern gingen Türken und türkischstämmige Menschen auf die Straße.

Als Reaktion auf das Vorgehen der Niederlande, türkische Minister an Wahlkampfauftritten im Land unter allen Umständen zu verhindern, hat die türkische Regierung veranlasst, dass die niederländische Botschaft in Ankara und das Konsulat in Istanbul geschlossen werden - ebenso die Residenzen des Botschafters, des Geschäftsträgers der Botschaft und des Generalkonsuls. Zuvor hatte das Außenministerium in Ankara erklärt, eine Rückkehr des niederländischen Botschafters, der sich gegenwärtig nicht in der Türkei befinde, sei im Moment nicht erwünscht.

Man habe den niederländischen Amtskollegen mitgeteilt, dass das ausgesprochene Landeverbot für den türkischen Außenminister ernsthafte Folgen für "unsere diplomatischen, politischen, wirtschaftlichen und anderen Beziehungen" haben werde, so das Ministerium weiter.

Yildirim kündigt Vergeltung an

Die Regierung in Ankara kündigte an, die Antwort werde in der "schwersten Art und Weise" ausfallen, teilte der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim am Morgen mit. Er kündigte "harte Vergeltung" für die "unakzeptable Behandlung der Türkei und ihrer Minister" durch die Niederlande an.

"Unsere sogenannten europäischen Freunde, die von Demokratie, Meinungsfreiheit und Menschenrechten sprechen, sind ihren eigenen Ansprüchen nicht gerecht geworden", äußerte sich Yildirim in einer schriftlichen Mitteilung.

Proteste in Istanbul und Rotterdam

Die Entscheidung der niederländischen Regierung trieb in beiden Ländern Demonstranten auf die Straße: Vor dem niederländischen Konsulat in Istanbul versammelten sich Demonstranten, um gegen die Auftrittsverbote für türkische Minister in Europa zu protestieren. Laut der Nachrichtenagentur AP kamen rund 500 Teilnehmer zusammen. Die Menge vor dem Konsulat in Istanbul skandierte Parolen wie "Diktator Niederlande wird zahlen" oder "Barbarisches Europa".

Streit zwischen Türkei und Niederlanden eskaliert
tagesschau 13:15 Uhr, 12.03.2017, Oliver Mayer-Rüth, ARD Istanbul

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Im niederländischen Rotterdam gingen mindestens 1000 Menschen gegen die Auftrittsverbote auf die Straße. Türkische Fernsehsender zeigten, wie niederländische Polizisten nahe dem Konsulat der Türkei gegen die Demonstranten vorgingen, um eine Straße zu räumen. Die Bilder zeigten, wie die Einsatzkräfte auch Hunde und Schlagstöcke einsetzten. Laut AFP versuchte die Polizei auch, die Demonstranten mit Wasserwerfern zurückzudrängen, berittene Beamte hätten versucht, die Menge auseinanderzutreiben.

Die Polizei nahm mehrere türkische Demonstranten fest. Sie hätten Sicherheitskräfte mit Steinen und Blumentöpfen attackiert, berichtete die niederländische Nachrichtenagentur ANP.

Der Bürgermeister von Rotterdam, Ahmed Aboutaleb, erließ eine Notfallverordnung, um Spezialkräfte anzufordern, die "die Sicherheit in der Stadt garantieren" sollten. Es gebe "ernsthafte Bedenken", dass sich noch mehr Demonstranten dem Protest anschließen könnten und es zu Tumulten kommen könne. In den Niederlanden leben rund 400.000 türkischstämmige Menschen.

Vor dem niederländischen Konsulat in Istanbul protestierten Demonstranten gegen die untersagten Auftritte in Rotterdam. | Bildquelle: AP
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Vor dem niederländischen Konsulat in Istanbul protestierten Demonstranten gegen die untersagten Auftritte in Rotterdam.

Vor dem türkischen Konsulat in Rotterdam haben sich Hunderte Menschen mit türkischen Flaggen versammelt | Bildquelle: REUTERS
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Auch vor dem türkischen Konsulat in Rotterdam versammelten sich hunderte Menschen im Protest gegen die Abweisung der türkischen Familienministerin.

Demonstrationen auch in Deutschland

In der Nacht kam es auch zu spontanen Protestkundgebungen in Deutschland. In Düsseldorf und Berlin kamen in der Nacht jeweils spontan rund 300 Menschen zusammen, um gegen die abgesagten Auftritte zu demonstrieren. In Düsseldorf versammelte sich die Menge vor dem niederländischen Generalkonsulat, in Berlin vor der Botschaft der Niederlande. Die Polizei in Berlin sprach von einer emotionalen, aber friedlichen Kundgebung. Auch in Düsseldorf blieb die Versammlung den Angaben zufolge gewaltfrei.

Türkei kündigt harte Konsequenzen gegen Niederlande an
Christian Buttkereit, ARD Istanbul
12.03.2017 07:05 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 12. März 2017 um 13:15 Uhr.

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