Eine F16 der türkischen Luftwaffe

Grenze zu Syrien Türkei fängt russischen Kampfjet ab

Stand: 05.10.2015 14:34 Uhr

Die türkische Luftwaffe hat einen russischen Kampfjet abgefangen und ihn zur Umkehr gezwungen. Das Flugzeug war von Syrien in türkischen Luftraum eingedrungen. Die NATO sprach von einem inakzeptablen Vorgang, Ankara bestellte den russischen Botschafter ein.

Türkische Jagdflugzeuge haben an der Grenze zu Syrien einen russischen Kampfjet abgefangen, der in den türkischen Luftraum eingedrungen war. Das russische Kampfflugzeug sei zur Umkehr gezwungen worden, teilte das Außenministerium in Ankara mit. Der Vorfall ereignete sich demnach schon am Samstag. Die russische Regierung bestätigte den Vorfall. Es handele sich um ein Versehen, eine Verletzung des türkischen Luftraums werde sich nicht wiederholen.

Der russische Botschafter in Ankara wurde einbestellt, um ihm den "scharfen Protest" der Regierung zu übermitteln. Die Türkei warnte Russland vor einer Wiederholung, andernfalls müsse es selbst die Verantwortung für "nicht gewollte Ereignisse" tragen.

NATO alarmiert

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg sprach von einem "inakzeptablen Vorgang". "Russlands Handeln trägt nicht zur Sicherheit und Stabilität der Region bei", sagte Stoltenberg. Er kündigte an, noch heute eine Sitzung des Nordatlantikrates einzuberufen, um die Situation zu diskutieren. Die NATO sei entschlossen, sich für die Sicherheit ihres Bündnispartners Türkei einzusetzen.

Russland fliegt Luftangriffe in Syrien

Russland hat nahe der Stadt Latakia eine massive Militärpräsenz aufgebaut und fliegt seit knapp einer Woche Luftangriffe in Syrien. Nach russischen Angaben richteten sich die Angriffe gegen Stellungen der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS). Westliche und arabische Staaten werfen Moskau aber vor, auch gemäßigte Rebellengruppen zu bombardieren - die unter anderem von der Türkei unterstützt werden. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte die russischen Angriffe als "schweren Fehler" bezeichnet.

Nach Auffassung der Kritiker dienen die Angriffe weniger dem Kampf gegen die Dschihadisten als vielmehr der Unterstützung des syrischen Staatschefs Bashar al-Assad. So wirft US-Präsident Barack Obama Russland vor, mit den Luftangriffen in Syrien den IS zu stärken. Das russische Vorgehen treibe die gemäßigten Rebellen in den Untergrund oder erzeuge eine Situation, in der sie geschwächt würden.

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