Regenbogenflagge in Istanbul | Bildquelle: AFP

Filme über Homosexualität Deutsches Festival in Türkei verboten

Stand: 16.11.2017 12:41 Uhr

Filme über Homosexuelle schüren "Hass und Feindschaft gegenüber anderen Teilen der Gesellschaft" -  das jedenfalls meint das türkische Gouverneursamt und hat deswegen ein deutsches LGBTI-Filmfest verboten. Die Festival-Organisatoren sehen das Verbot kritisch.

Die türkischen Behörden haben die Schwulen-, Lesben- und Transgender-Filmtage kurzfristig verboten. Die deutsche Botschaft in Ankara hatte das LGBTI-Filmfestival, das heute beginnen sollte, in der türkischen Hauptstadt mit organisiert. Das Gouverneursamt teilte gestern mit, dass die Filme, die bei dem LGBTI-Filmfestival gezeigt werden sollten, „Hass und Feindschaft gegenüber anderen Teilen der Gesellschaft schüren“ könnten. Außerdem ist in der Erklärung von Terrorgefahr die Rede. LGBTI steht für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transsexuelle und für intersexuelle Menschen.

Unter anderem sollte der österreisch-deutsche Film "Aus der Haut" gezeigt werden. Der Film handelt vom Leben eines schwulen Teenagers. Drehbuch-Autor Jan Braren war zu einem Gespräch auf dem Filmfestival eingeladen.

Schwule und Lesben werden in der Türkei häufig diskriminiert

Die Organisatoren des Festivals kritisierten das Verbot. Es "legitimiere Leute und Institutionen, die unsere Existenz als Bedrohung sehen", erklärten sie. Auch Staatsminister Michael Roth (SPD) äußerte sich via Kurzmitteilungsdienst Twitter zu dem Verbot: "Die Freiheit der Kunst und die Rechte der Minderheiten sind unantastbar."

In der Türkei ist Homosexualität zwar nicht strafbar. Angehörige sexueller Minderheiten werden in der überwiegend konservativen Gesellschaft allerdings häufig diskriminiert. In diesem Jahr wurde bereits zum dritten Mal in Folge die einst populäre Schwulenparade in Istanbul verboten. Dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan wird von Kritikern seit langem vorgeworfen, er beschneide gesellschaftliche Freiräume für Schwule und andere soziale Minderheiten.

Über dieses Thema berichtete WDR3 Kultur am Mittag am 16. November 2017 um 12:05 Uhr.

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