Recep Tayyip Erdogan | Bildquelle: AFP

Türkischer Präsident kritisiert Kurden-Politik "USA für Blutbad verantwortlich"

Stand: 10.02.2016 19:22 Uhr

Der türkische Staatspräsident Erdogan hat die US-Zusammenarbeit mit kurdischen Milizen im syrischen Bürgerkrieg verurteilt. Mit der Unterstützung des PKK Ablegers PYD hätten die USA in der Region ein "Blutbad" angerichtet.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die USA wegen ihrer Unterstützung der syrischen Kurden-Partei PYD scharf attackiert. Die Unfähigkeit der USA, das wahre Wesen der PYD zu verstehen, habe die Region in ein "Blutbad" verwandelt, sagte Erdogan in Ankara. "Sind Sie auf unserer Seite oder auf der Seite der terroristischen PYD und der PKK?"

Die PYD ist der syrische Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK in der Türkei. Die USA unterstützen die Kurden-Partei und deren militärischen Arm YPG in Syrien, stufen die PKK jedoch - ebenso wie Europa und die Türkei - als Terrororganisation ein.

Das türkische Außenministerium hatte wegen des Streits um die Rolle der Kurden im syrischen Bürgerkrieg bereits den US-Botschafter einbestellt. Denn der Sprecher des US-Außenministeriums, John Kirby, hatte am Montag gesagt, anders als die Türkei betrachteten die USA die PYD nicht als Terrororganisation. Kurdische Milizen gingen am effektivsten gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) in Syrien vor und würden von den USA weiter unterstützt. Die Türkei sieht die kurdischen Milizen an ihren Grenzen als Bedrohung an, genau so wie den IS.

Massive Kritik an den UN

Erdogan und Ministerpräsident Ahmed Davutoglu übten zugleich massive Kritik an den Vereinten Nationen. Erdogan warf den UN Doppelzüngigkeit in der Syrien-Politik vor. Der türkische Präsident sagte, die UN hätten der Türkei 455 Millionen Dollar geschickt, um den Flüchtlingen zu helfen. Die Türkei habe dagegen seit 2011 zehn Milliarden Dollar für die Flüchtlingshilfe ausgegeben.

Davutoglu sagte bei einem Besuch in den Niederlanden, einerseits fordere der UN-Sicherheitsrat die Türkei auf, die Grenzen für syrische Flüchtlinge zu öffnen. Andererseits rühre er aber keinen Finger, um die syrische Krise zu lösen oder die russischen Bombardements zu stoppen, die den jüngsten Exodus ausgelöst hätten. Wenn die Türkei die Flüchtlinge aus Aleppo aufnehmen würde, würde sein Land indirekt zu der von der syrischen Regierung erwünschten "ethnischen Säuberung" beitragen.

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