Türkische Panzer an der türkisch-syrischen Grenze.

Militäroffensive der Türkei in Syrien Gefährliche Dreiecksbeziehung

Stand: 24.08.2016 14:26 Uhr

Die Türkei hat in Nordsyrien eine militärische Offensive gegen den "Islamischen Staat" gestartet. Zugleich will Präsident Erdogan aber auch die kurdischen Einheiten bekämpfen. Eine gefährliche Gemengelage - denn die Kurden sind die Verbündeten der USA.

Von Thomas Bormann, ARD-Studio Istanbul

Die Nachrichtenkanäle im türkischen Fernsehen haben heute früh einen zweigeteilten Bildschirm: Auf der linken Hälfte zeigen sie, wie US-Vize-Präsident Joe Biden in Ankara landet und seinen Türkei-Besuch beginnt. Auf der rechten Bildschirmhälfte zeigen die Sender dramatische Bilder von der türkisch-syrischen Grenze: Türkische Panzer dringen einige hundert Meter auf syrisches Gebiet vor, direkt an der syrischen Grenzstadt Dscharablus, die bislang noch von der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) gehalten wird.

Türkei startet Militäroffensive in Syrien
tagesschau 20:00 Uhr, 24.08.2016, Volker Schwenk, ARD Kairo

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Unklar ist, wie weit die türkischen Soldaten in Richtung Dscharablus vordringen sollen. Bereits seit 4 Uhr hatte die türkische Armee mit Granaten und Luftschlägen IS-Stellungen in Dscharablus angegriffen. "Wir unterstützen in Syrien die gemäßigte Opposition. Deshalb führen wir in Dscharablus eine Operation aus - in Absprache mit der internationalen Koalition", sagte der türkische Innenminister Efkan Ala. Die Türkei sichere damit ihre Außengrenze, zeige Initiative.

Soll Dscharablus türkisch werden?

Außenminister Cavusoglu hatte in den vergangenen Tagen betont, die Türkei werde die Terrormiliz IS aus der Grenzstadt Dscharablus vertreiben, denn immer wieder greife der IS von dort aus mit Granaten türkische Städte an. Die Türkei werde Kämpfer der Freien Syrischen Armee unterstützen, sagte Cavusoglu. Sie sollen Dscharablus erobern. Der Minister sprach nicht davon, dass die türkische Armee selbst Dscharablus besetzen will.

Möglicherweise bereitet die türkische Armee mit ihren Panzern derzeit den Weg, damit die Kämpfer der Freien Syrischen Armee bald auf Dscharablus losmarschieren können. Die Militär-Operation, so betont die türkische Regierung, sei mit der Anti-IS-Koalition abgesprochen, die von den USA angeführt wird. Insofern wird US-Vize-Präsident Joe Biden bei seinem Besuch in Ankara diese Militäraktion gegen die IS-Terrormiliz begrüßen.

Kurdische Kampftruppen in Syrien
T. Bormann, ARD Istanbul
24.08.2016 13:31 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Streit über syrische Kurdenkämpfer

Eine Äußerung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan vom Vormittag birgt aber Konfliktstoff für das Gespräch zwischen ihm und Biden. Erdogan sagte: "Unsere Armee und unsere Sicherheitskräfte haben heute früh ab 4 Uhr im Norden Syriens eine Operation gegen Terrororganisationen wie IS oder PYD begonnen, die unser Land ständig bedrohen."

Volker Schwenk, ARD Kairo, zur Militäroffensive der Türkei in Syrien
tagesschau 17:00 Uhr , 24.08.2016

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Bedrohliche Gemengelage

Terror-Organisation PYD - damit meint Erdogan die Kampftruppen der syrischen Kurden. Für Erdogan sind sie der verlängerte Arm der PKK. Die Türkei will verhindern, dass die syrischen Kurden noch mehr Gebiete im Norden Syriens erobern und ihre Autonomie-Zone weiter ausbauen. Allerdings: Genau diese kurdischen Kampftruppen in Syrien sind enge Verbündete der USA, des Westens. Denn sie kämpfen erfolgreich gegen die Terrormiliz IS.

Die Kämpfer der syrischen Kurden sind gewissermaßen die Bodentruppen des Westens im Kampf gegen den IS. Wenn die Türkei diese Kämpfer angreift, fällt sie damit quasi den US-Truppen in den Rücken. Der Streit, wie die kurdischen Kämpfer zu bewerten sind, schwelt seit langem zwischen der Türkei und den USA. Durch die nun begonnene Militär-Operation der Türkei bekommt dieser Streit eine neue, bedrohliche Qualität. Ein heikles Thema, über das US-Vize-Präsident Biden mit dem türkischen Präsidenten Erdogan verhandeln wird.

Darstellung: