Der griechische Ministerpräsident Tsipras empfängt seinen türkischen Amtskollegen Yildirim in Athen. | Bildquelle: REUTERS

Auslieferung von Soldaten Türkei respektiert Griechenlands Nein

Stand: 19.06.2017 17:43 Uhr

Bei der Nicht-Auslieferung von acht mutmaßlichen Putschisten an die Türkei beruft sich Griechenland auf die Entscheidungen der eigenen Justiz. Dies wurde von der Türkei nun akzeptiert. Die Zeichen stehen also auf Entspannung.

Die Türkei hat Griechenlands Entscheidung akzeptiert, acht türkische Soldaten nicht an ihr Heimatland auszuliefern. Ministerpräsident Binali Yildirim sagte bei einem Besuch in Athen, sein Land wolle zwar nach wie vor die Auslieferung der Soldaten, die sich an dem Putsch gegen die Regierung im Juli 2016 beteiligt hätten.

Die Türkei respektiere aber die Entscheidung der griechischen Justiz und wolle verhindern, dass "diese Putschisten den türkisch-griechischen Beziehungen schaden", erklärte er auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem griechischen Kollegen Alexis Tsipras. Dieser hatte zuvor gesagt, die griechische Justiz habe in der Sache entschieden, und diese Entscheidung müsse respektiert werden.

"Säulen der Terrorismus-Bekämpfung"

Die Militärangehörigen waren im Juli vergangenen Jahres aus der Türkei nach Griechenland gekommen und hatten Asyl beantragt. Die griechische Justiz hatte nach einem langen juristischen Tauziehen ihre Auslieferung mit der Begründung abgelehnt, sie erwarte in der Türkei kein gerechter Prozess.

Beide Regierungschefs erklärten, sie wollten ihre Zusammenarbeit verstärken. "Griechenland und die Türkei müssen die zwei Säulen der Bekämpfung des Terrorismus im östlichen Mittelmeer sein", sagte Yildirim. "Jetzt mehr als je zuvor ist die Überwindung der Probleme notwendig", schloss sich Tsipras an.

Teilung Zyperns auf der Agenda

Neben der Probleme um Hoheitsrechte in der Ägäis zwischen Griechenland und der Türkei müsse auch die Teilung Zyperns überwunden werden, betonten beide Politiker. In der Flüchtlingspolitik gebe es eine gute Entwicklung. "Das EU-Türkei-Flüchtlingsabkommen ist erfolgreich umgesetzt worden. Wir haben jetzt viel weniger Opfer in der Ägäis", sagte Tsipras.

Yildirim wollte zum Abschluss seines eintägigen Besuches in Griechenland eine muslimische und zum Teil türkischstämmige Minderheit im Nordosten des Landes besuchen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. Juni 2017 um 14:30 Uhr.

Darstellung: