Trumps Ex-Berater im Visier

Mehrere Millionen für Gülen-Auslieferung?

Stand: 11.11.2017 01:07 Uhr

Trumps Ex-Sicherheitsberater Flynn steht im Verdacht, sich mit türkischen Regierungsvertretern getroffen zu haben. Dabei soll es laut US-Medien um den Plan gegangen sein, den Prediger Gülen an die Türkei auszuliefern - gegen mehrere Millionen Dollar. Das FBI prüft den Fall.

Vertreter der türkischen Regierung sollen US-Medien zufolge im vergangenen Jahr dem damaligen Trump-Vertrauten Michael Flynn Geld geboten haben, um die Auslieferung des Predigers Fethullah Gülen aus den USA zu erreichen. Wie das "Wall Street Journal" und der Sender NBC berichten, sagten sie Flynn bis zu 15 Millionen Dollar (12,9 Millionen Euro) zu.

Gülen lebt in Pennsylvania im Exil. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hält die Gülen-Bewegung für den Drahtzieher des gescheiterten Putschversuches im Juli 2016 und hat bisher vergeblich auf eine Auslieferung des Geistlichen gedrungen.

Die türkischen Regierungsvertreter trafen sich den Berichten zufolge mit Flynn im vergangenen Dezember in Washington. Dabei sei unter anderem über einen Plan gesprochen worden, Gülen gewaltsam mit einem Privatflugzeug in die Türkei und dort in ein Gefängnis zu bringen. Es gebe aber keine Hinweise, dass die Gelder geflossen seien. Donald Trump war zu diesem Zeitpunkt bereits gewählter Präsident und Flynn sein designierter Sicherheitsberater.

Fethullah Gülen: Die Türkei fordert seit langem die Auslieferung des Predigers.

FBI-Sonderermittler eingebunden

Den Medienberichten zufolge sind das Treffen und der angebliche Plan Gegenstand der Untersuchungen von FBI-Sonderermittler Robert Mueller. Dieser geht zwar primär der Frage nach, ob es zwischen dem Trump-Wahlkampflager und Russland Absprachen über eine Wahlbeeinflussung gegeben hat. Aber diese Ermittlungen haben sich inzwischen weit verzweigt.

Flynn geriet ursprünglich wegen Russland-Kontakten im Präsidentschaftswahlkampf in Muellers Visier, mittlerweile geht es bei den Ermittlungen aber auch um finanzielle Geschäfte des Ex-Generals. Trump hatte ihn nach seiner Amtsübernahme im Januar zum Sicherheitsberater ernannt. Wenige Wochen später musste Flynn zurücktreten, weil er über vertrauliche Kontakte zum russischen Botschafter gelogen hatte.

Flynns Anwälte wiesen die jetzt laut gewordenen Vorwürfe als "empörend und falsch" zurück.