Flughafen in Antalya | Bildquelle: picture alliance / Sergei Bobyle

Flughafen in der Türkei Zwei weitere Deutsche festgenommen

Stand: 01.09.2017 18:30 Uhr

Seit 200 Tagen sitzt Deniz Yücel mittlerweile in türkischer Haft - und mit ihm zahlreiche weitere Deutsche. Heute stieg die Zahl weiter: Zwei Deutsche wurden am Flughafen von Antalya festgenommen, offenbar aus "politischen Gründen". Kanzlerin Merkel kündigte eine entschiedene Reaktion an.

Die türkische Polizei hat zwei weitere Deutsche festgenommen. Wie eine Sprecherin des Auswärtigen Amts in Berlin sagte, geht die Bundesregierung von einer Festnahme aufgrund politischer Gründe aus. Konkret gehe es wohl um den Vorwurf des Terrorverdachts. Nähere Angaben zu Alter, Geschlecht und Beruf der Betroffenen machte die Sprecherin nicht.

Merkel verurteilt die Festnahme zweier Deutscher in der Türkei
tagesschau 20:00 Uhr, 01.09.2017, Oliver Mayer-Rüth, ARD Istanbul

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Klar sei allerdings, dass die beiden ausschließlich die deutsche Staatsbürgerschaft haben. Nach Angaben der Sprecherin wurde die Festnahme der beiden von der Flughafenpolizei in Antalya bestätigt. Ob sie bei der Ein- oder Ausreise festgenommen wurden, ist noch unklar.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur Dogan sollen die beiden Personen türkische Wurzeln haben. Sie werden demnach verdächtigt der Gülen-Bewegung nahe zu stehen.

oliver mayer-rüth @oliverreporter
Dogan News Agency: 2 Festgenommene haben türkische Wurzeln und stehen im Verdacht der Gülenbewegung nahe zu stehen #Türkei

Merkel erwägt striktere Türkeipolitik

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Festnahmen scharf kritisiert. Sie hätten mit den "Prinzipien von Rechtsstaatlichkeit nichts zu tun". Festnahmen wie diese hätten in den "allermeisten Fällen keinerlei Grundlage". Daher müsse die Regierung nun entschieden handeln und eventuell ihre Politik gegenüber der Türkei "weiter überdenken".

Merkel bekräftigte ihren Entschluss, Verhandlungen über eine Ausweitung der Zollunion zwischen der Europäischen Union und Ankara zu blockieren.

Zudem richtete sie mit Blick auf die in wenigen Wochen anstehende Bundestagswahl scharfe Worte an den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Es sei nicht akzeptabel, dass Erdogan türkischstämmige Deutsche dazu aufrufe, weder die CDU, die SPD noch die Grünen zu wählen. "Das entscheiden die Menschen in unserem Land alleine, die die deutsche Staatsbürgerschaft haben."

Keine Informationen von staatlicher Seite

Die deutschen Vertretungen in der Türkei haben den Angaben zufolge von nichtstaatlichen Stellen von der Festnahme erfahren. Wie bereits in anderen Fällen, etwa des "Welt"-Korrespondenten Deniz Yücel, hätten die türkischen Behörden selbst die deutschen Stellen nicht informiert.

Die Auslandsvertretungen bemühten sich nun um Informationen und darum, einen Kontakt zu den beiden Festgenommenen herzustellen, sagte die Sprecherin. Der Bitte um einen telefonischen Kontakt von deutscher Seite wurde zunächst nicht stattgegeben.

Flughafen in Antalya | Bildquelle: picture alliance / Sergei Bobyle
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Die Festnahmen fanden auf dem Flughafen von Antalya statt.

Anlässlich des 200. Tags der Inhaftierung von Yücel betonte Regierungssprecher Steffen Seibert, die Bundesregierung sei in Gedanken bei ihm. Neben Yücel sind auch die Journalistin Mesale Tolu und der Menschenrechtsaktivist Peter Steudtner derzeit in der Türkei in Haft. Einschließlich der beiden neuen Festnahmen sind demnach aktuell 55 deutsche Staatsangehörige inhaftiert - zwölf davon aus politischen Gründen.

Die Situation, in der sich Yücel und die anderen Inhaftierten befänden, "macht uns große Sorgen", betonte Seibert. Die Bundesregierung erwarte von der Türkei, "dass die deutschen Staatsbürger, die aus nicht nachvollziehbaren Gründen inhaftiert sind, freigelassen werden". Die Bundesregierung erwarte nicht nur die Einhaltung rechtsstaatlicher Verfahren, sondern auch die vollständige Einhaltung des Wiener Übereinkommens über konsularische Beziehungen.

Über dieses Thema berichtete am 01. September 2017 die tagesschau u.a. um 14:00 und 15:00 Uhr.

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