Davutoglu bei Pressekonferenz mit Merkel | Bildquelle: REUTERS

Nach Anschlag in Ankara Türkei gibt YPG weiter die Schuld

Stand: 20.02.2016 19:16 Uhr

Obwohl sich die kurdische Splittergruppe TAK zu dem Anschlag in Ankara bekannt hat, gibt Regierungschef Davutoglu weiterhin den syrischen Kurden der YPG die Schuld. Auch die PKK soll beteiligt gewesen sein. Zudem beschloss die türkische Regierung neue Sicherheitsmaßnahmen.

Der türkische Regierungschef Ahmet Davutoglu beschuldigt mehrere kurdische Gruppierungen, für den Anschlag auf türkische Soldaten in Ankara verantwortlich zu sein. Bei dem Angriff vor etwa einer Woche waren 28 Menschen getötet worden.

Laut Davutoglu sei der Anschlag von der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans PKK und der YPG verübt worden. Die YPG ist der bewaffnete Arm der syrischen Kurdenpartei PYD. Ein YPG-Kämpfer aus Syrien habe den Anschlag mit Unterstützung der "separatistischen Terrororganisation" verübt. Diese Vermutung hatte Ankara bereits am Donnerstag geäußert. Führer der PKK und der PYD hatten dies jedoch umgehen dementiert.

Davutoglu akzeptiert TAK-Bekenntnis nicht

Am Freitag hatte sich die kurdische Gruppe Freiheitsfalken Kurdistans (TAK), die sich von der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) abgespalten hatte, zu der Tat bekannt. Der Anschlag sei ein Racheakt für das türkische Vorgehen in der Stadt Cizre im Südosten des Landes gewesen, wo bei einem Einsatz der türkischen Armee gegen kurdische Rebellen mindestens 145 Menschen getötet worden waren.

Davutoglu wies das Bekenntnis der kurdischen Splittergruppe TAK zu dem Anschlag zurück. Der Regierungschef hob hervor: "Es ist sehr klar ermittelt worden, dass dieser Terroranschlag das Werk von PKK-YPG ist." Bisher wurden demnach 22 Verdächtige im Zusammenhang mit dem Anschlag festgenommen.

Verschärfte Sicherheitsmaßnahmen

Als Reaktion auf den Anschlag hat die Regierung landesweit verschärfte Sicherheitsmaßnahmen angekündigt. Es solle einen Anti-Terror-Aktionsplan geben, sagte Davutoglu nach einer rund fünfstündigen Sitzung mit Vertretern der Sicherheitsbehörden in Ankara. Die Zahl der Sicherheitskräfte im Land soll deutlich erhöht werden.

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