Trauer nach Anschlag in Ankara | Bildquelle: AP

Ermittlungen zum Anschlag in Ankara Türkei rückt PKK wieder in den Fokus

Stand: 14.10.2015 16:54 Uhr

Der IS, die PKK oder womöglich auch beide Gruppen - bei ihren Ermittlungen zum Anschlag in Ankara nennt die türkische Regierung neue Verdächtige. Zwei PKK-Sympathisanten würden derzeit verhört. Eine offizielle Beschwerde ging an die USA und Russland.

Von Thomas Bormann, ARD-Hörfunkstudio Istanbul

Die türkische Regierung hat sich offiziell bei den USA beschwert, weil die Amerikaner angeblich Waffen an kurdische Kämpfer in Syrien geliefert haben. Türkische Zeitungen berichteten, die Luftwaffe der US-Armee habe insgesamt 27 Container mit Waffen und Munition über dem kurdischen Gebiet im Norden Syriens abgeworfen.

Kurdische Kämpfer bestätigten, die Waffen erhalten zu haben. Mit diesen Waffen sollen sie für ihren Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" gestärkt werden.

Der türkische Regierungschef Davotuglu | Bildquelle: REUTERS
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Der türkische Regierungschef Davotuglu

Die Türkei bestellte daraufhin den Botschafter der USA in Ankara ein und protestierte offiziell. Nach Ansicht der türkischen Regierung könnten die Waffen auch in die Hände der verbotenen PKK kommen, die eng mit den kurdischen Kämpfern in Syrien verbunden sei. Die US-Armee bestätigte zwar, dass sie Waffen zu den IS-Gegnern nach Syrien gebracht habe. Sie sagte aber nicht, ob kurdische Kampf-Einheiten zu den Empfängern zählten.

Den russischen Botschafter in Ankara hatte die türkische Regierung ebenfalls einbestellt und eine ähnliche Warnung ausgesprochen. Die russische Armee fliegt in Syrien Luftangriffe gegen die IS-Terrormiliz und verhandelte mit den kurdischen Kämpfern in Syrien über mögliche gemeinsame Schritte gegen die IS-Milizen.

Innenministerium entlässt Polizeichef von Ankara
tagesschau 20:00 Uhr, 14.10.2015, Martin Weiss, ARD Istanbul

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Verdächtige Twitter-Accounts und IP-Adressen

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu wiederholte heute seinen Vorwurf, die kurdischen Kämpfer in Syrien seien genauso als Terroristen einzustufen wie die PKK oder der IS. Die PKK stehe sogar wieder im Verdacht, in den Bombenanschlag von Ankara verstrickt zu sein, sagte Davutoglu. "Je tiefer die Ermittlungen gehen - und insbesondere seit wir einige Twitter-Accounts und IP-Adressen überprüft haben - wird die Wahrscheinlichkeit größer, dass bei diesem Anschlag sowohl der IS als auch die PKK mitgewirkt haben." So seien zwei Personen mit Verbindungen zur PKK festgenommen worden. Die beiden hätten bereits einen Tag vor dem Terroranschlag in Ankara in Twitter-Meldungen vor diesem Anschlag gewarnt. Derzeit würde sie verhört, sagte ein Regierungsvertreter.

Hochrangige Polizisten suspendiert

Unterdessen suspendierte das türkische Innenministerium den Polizeichef der Hauptstadt Ankara. Auch die beiden Abteilungsleiter, die für Sicherheit und für Geheimdienste zuständig waren, müssen vorläufig gehen. Eine Untersuchung soll nun klären, ob den drei ranghohen Polizisten Versäumnisse vorzuwerfen sind, weil sie den Anschlag vom Samstag nicht verhindert hatten. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte diese Untersuchung angeordnet.

In seinem ersten Statement nach den Anschlägen hatte Erdogan eingeräumt, dass die Sicherheitsbehörden Fehler gemacht hätten: "Wir prüfen, ob dort möglicherweise fahrlässig gehandelt wurde. Wir stellen uns die Frage, wo wir möglicherweise Fehler gemacht haben." Ein Regierungsvertreter, der nicht genannt werden wollte, sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters: Möglicherweise sei eine einheimische IS-Terrorzelle für diesen Anschlag verantwortlich; einer der Täter sei vermutlich aus der Stadt Adiyaman im Südosten der Türkei. Über diesen Verdacht hatten in den vergangenen Tagen auch einige türkische Zeitungen berichtet. Von offizieller Seite wurden diese Berichte allerdings nicht bestätigt.

Türkische Regierung protestiert gegen US-Waffenlieferung an Kurden
Thomas Bormann, ARD Istanbul
14.10.2015 16:30 Uhr

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