Analyse Erdogan könnte vom Streit profitieren

Stand: 03.03.2017 13:15 Uhr

Von einem Tiefpunkt in den deutsch-türkischen Beziehungen spricht ARD-Korrespondent Schramm in Istanbul. Am Ende könnte Präsident Erdogan davon profitieren. Trotz allem möchte die Bundesregierung gesprächsbereit bleiben, so ARD-Korrespondenten Deiß in Berlin.

Die Tonlage hätte kaum schärfer gewählt werden können - ein Tiefpunkt in den deutsch-türkischen Beziehungen: So bewertet ARD-Korrespondent Michael Schramm in Istanbul die türkischen Reaktionen, nachdem die Wahlkampfauftritte von zwei türkischen Ministern in Deutschland von den Behörden abgesagt worden sind.

Viele Beobachter gingen davon aus, dass die türkische Regierung entgegen offizieller Verlautbarung das Justizverfahren gegen den in der Türkei inhaftierten "Welt"-Korrespondenten Deniz Yücel beeinflusst hat, um Reaktionen wie die Auftrittsverbote von deutscher Seite hervorzurufen. Die scharfen Reaktionen auf beiden Seiten wiederum würden die in Deutschland lebenden Türken verunsichern. Das, so Schaaf, könnte dazu führen, dass diese sich hinter ihren Präsidenten stellen und beim bevorstehenden Verfassungsreferendum in der Türkei das Zünglein an der Waage werden könnten.

M. Schramm, ARD Istanbul/ M. Deiß, ARD Berlin, zu den deutsch-türkischen Spannungen
tagesschau 10:35 Uhr, 03.03.2017

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Eskalation könnte Erdogan nützen

Aus Sicht von ARD-Korrespondent Matthias Deiß in Berlin heizt sich der Diskurs auch auf deutscher Seite weiter auf: Die Linkspartei verlange mittlerweile ein Einreiseverbot für türkische Regierungsmitglieder. Die Forderung nach Auftrittsverboten für türkische Politiker in Deutschland gebe es hierzulande parteiübergreifend ohnehin schon seit Tagen.

Allerdings sei auch zu beachten, dass sowohl in der Türkei als auch in Deutschland Wahlkampf ist, was nicht gerade zur Versachlichung der Debatte beitrage, so Deiß. Festzustellen sei aber, dass die Bundesregierung sehr deutliche Worte an Ankara gerichtet habe. Eine weitere Verschärfung des Tonfalls könnte - Deiß sieht es wie Schramm - Erdogan in die Hände spielen bei seinem Versuch, die türkischen Wahlberechtigten in Deutschland auf seine Seite zu ziehen.

Vom politischen Dilemma befreit

Durch die Entscheidung von Gaggenau und Köln, die Auftritte türkischer Politiker abzusagen, sei die Bundesregierung von einem politischen Dilamma befreit: Sie kann sich auf die Entscheidungshoheit der Behörden vor Ort berufen. Generell wolle die Bundesregierung mit der türkischen Seite auf Augenhöhe im Gespräch bleiben.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 03. März 2017 um 10:35 Uhr.

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