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In Thailand, Indonesien und anderen Staaten am Indischen Ozean haben die Gedenkfeiern für die Opfer der Tsunami-Katastrophe vor sieben Jahren begonnen. Mehr als 220.000 Menschen kamen am 26. Dezember 2004 in den meterhohen Flutwellen ums Leben.
Von Udo Schmidt, ARD-Hörfunkstudio Singapur
[Bildunterschrift: Zerstörte Bungalows am Strand auf der Insel Phi Phi in Thailand. ]
Es war früh morgens an diesem zweiten Weihnachtsfeiertag 2004, etwa auf Phuket, der beliebten thailändischen Urlaubsinsel. Die Sonne schien, viele Menschen waren schon am Strand, als gegen 8 Uhr ein Erdbeben gemeldet wurde. Einige Zeit später kam dann die Flutwelle, der Tsunami. Anfangs hatte sich das Meer weit zurückgezogen, Fischerboote lagen plötzlich auf dem Trockenen, ein Anblick, der fatalerweise noch mehr Touristen an den Strand lockte, die sich dann vor der zehn Meter hohen Welle nicht mehr in Sicherheit bringen konnten.
Danach war nichts mehr wie vorher. Es war die größte bis dahin erlebte Katastrophe im Indischen Ozean. Insgesamt 226.000 Menschen kamen ums Leben, in Indonesien, dort an der besonders schwer getroffenen Küste von Aceh, in Indien und auf Sri Lanka sowie an der Küste und auf den Inseln Thailands, hier starben besonders viele Touristen, viele Deutsche, die Tage später von ihren angereisten Angehörigen gesucht wurden.
Touristen, aber auch Einheimische traf der Tsunami völlig unvorbereitet. In Thailand zumindest hatte man so etwas, anders als in der indonesischen Provinz Aceh, noch nie erlebt. Vanida Bunrak, damals Köchin in einem Hotel in Kao Lak, erinnert sich: "Ich habe gerade in der Küche Gemüse geschnitten, als plötzlich das Erdbeben zu spüren war und die Tomaten vom Tisch fielen. Dann kam mein Kollege rein und sagte: "Kommt mal raus und schaut Euch das an." Das Wasser ist weg, das müsst Ihr Euch ansehen. Ich ging raus und hatte so etwas noch nie gesehen. Dort, wo sonst Wasser war, war der blanke Meeresboden zu sehen. Und am Horizont sah man eine große Welle. Irgendetwas stimmt nicht, dachte ich und sagte zu meinen Kollegen, ich gehe nach Hause, das ist mir unheimlich."
[Bildunterschrift: Viele der Toten wurden in Massengräbern beigesetzt. ]
Budi Atmadi Adiputro vom Nationalen Katastrophen-Zentrum der indonesischen Regierung war 2004 der Leiter des Tsunami-Katastrophenschutz-Teams in Aceh: "Über 1000 Boote wurden von der Küste weit ins Landesinnere geschleudert. Mehr als 138 Kilometer Straße wurden weg geschwemmt, vor allem zwischen Banda Aceh und Meulaboh. 81 Brücken wurden völlig zerstört. Mehr als eine halbe Million Menschen waren obdachlos. Wir hatten damals allein im ersten Monat nach dem Tsunami 430 Notlager für obdachlose Menschen errichtet. 130.000 Menschen in Aceh sind ums Leben gekommen. 38.000 Menschen wurden vermisst. Es gab insgesamt also 168.000 Tote und Vermisste allein in Aceh."
Mit viel internationaler Hilfe wurden die Küstenstriche wieder aufgebaut. Inzwischen ist ein Tsunami-Warnsystem installiert, das seit Ende 2008 arbeitet und recht zuverlässig bedrohliche, durch Seebeben hervorgerufene Monsterwellen vorhersagt. Nur manchmal arbeiten manche der Bojen nicht, weil Fischer ihre Boote daran festgemacht und diese zerstört haben oder ganz einfach niemand die Batterien ausgewechselt hat.
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