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Acht Jahre nach dem Tsunami
Thailand gedenkt der Opfer der Katastrophe
Mit Gebeten und Schweigeminuten haben Tausende Menschen in Südostasien der Opfer des Tsunamis vom 26. Dezember 2004 gedacht. Auf der thailändischen Ferieninsel Phuket erinnerten sich Einheimische und Urlauber gemeinsam an die schrecklichen Ereignisse.
Von Bernd Musch-Borowska, ARD-Hörfunkstudio Südostasien
Mit buddhistischen Gesängen und religiösen Zeremonien haben die Menschen auf der Ferieninsel Phuket in Thailand der Opfer des Tsunamis vor acht Jahren gedacht. Allein an der thailändischen Westküste waren am am 26. Dezember 2004 Tausende Menschen ums Leben gekommen, darunter viele ausländische Touristen.
Gewaltige Flutwellen hatten in kurzer Zeit die Küsten in Thailand, Indonesien und in anderen Nachbarländern völlig zerstört und auch auf der anderen Seite des Indischen Ozeans, in Sri Lanka, Indien und sogar in Afrika gab es Tote und gewaltige Schäden. Auslöser war ein schweres Erdbeben der Stärke 9,1 vor der Küste der indonesischen Insel Sumatra.
An den Gedenkstätten für die Opfer des Tsunamis auf Phuket und im nördlich gelegenen in Khao Lak stehen die Namen von vielen Deutschen, die hier ums Leben gekommen sind. In Thailand waren fast 6000 Menschen Opfer des Tsunamis geworden, die Hälfte davon ausländische Touristen, die in den Ferienressorts an der Küste Weihnachtsurlaub machten, darunter 560 Deutsche.
Gedenken an Opfer des Tsunamis von 2004
B. Musch-Borowska, ARD Südostasien
26.12.2012 14:06 Uhr
"Daran erinnern, dass die Welt eins werden kann"
An der sogenannten Mauer der Erinnerung, die am Strand von Phuket für die vielen Opfer der Katastrophe errichtet wurde, sprach unter anderem ein amerikanischer Staatsbürger, der seit Jahren auf der Insel lebt und die Ereignisse vor acht Jahren nicht vergessen kann.
Bradley Kenny erinnerte aber auch an die Hilfsbereitschaft von Tausenden nach dem Tsunami, die mitgeholfen hatten, Menschenleben zu retten und die Überlebenden zu versorgen: "Je weiter wir uns von den schmerzhaften Erfahrungen jenes Tages entfernen, wollen wir auch daran erinnern und deutlich machen, dass die Welt eins werden kann."
Für Kenny hat die Katastrophe somit auch etwas Positives: "Wir können zusammenarbeiten, wenn es nötig ist. Und eines Tages wird diese Gedenktafel vor allem daran erinnern, wie sehr die Welt Thailand in diesem schweren Moment geholfen hat."
Eine halbe Millionen Obdachlose in Aceh
Insgesamt waren bei dem Tsunami im Dezember 2004 mehr als 230.000 Menschen uns Leben gekommen, die meisten davon in der Provinz Aceh auf der indonesischen Insel Sumatra.
Budi Atmadi Adiputro vom Nationalen Katastrophen-Zentrum der indonesischen Regierung war 2004 der Leiter des Tsunami Katastrophenschutz-Teams in Aceh. Er sagt: "Über 1000 Boote wurden von der Küste weit ins Landesinnere geschleudert. Mehr als 138 Kilometer Straße wurden weg geschwemmt, vor allem zwischen Banda Aceh und Meulaboh. 81 Brücken wurden völlig zerstört."
Mehr als eine halbe Million Menschen seien nach dem Tsunami obdachlos gewesen, berichtet Budi. "Wir hatten damals allein im ersten Monat nach dem Tsunami 430 Notlager für obdachlose Menschen errichtet. 130.000 Menschen in Aceh sind ums Leben gekommen. 38.000 Menschen wurden vermisst."
Inzwischen ist der Wiederaufbau in den vom Tsunami betroffenen Küstenregionen in Thailand und in Aceh weitgehend abgeschlossen.
Gedenken an die Opfer des Tsunamis von 2004
tagesschau 20:00 Uhr, 26.12.2012
Stand: 26.12.2012 14:13 Uhr
