Tschernobyl | Bildquelle: AFP

Tschernobyl-Schutzhülle "Yes! Wir haben es geschafft!"

Stand: 29.11.2016 17:37 Uhr

Jubel an einem der bekanntesten Unglücksorte der Welt: Der Reaktor von Tschernobyl ist unter einem gigantischen Hightech-Sarkophag verschwunden. Internationale Beteiligung ermöglichte das Projekt. Aber manche Fragen bleiben offen.

Von Sabine Stöhr, ARD-Studio Moskau, zzt. Kiew

Jetzt ist er nicht mehr zu sehen, der Unglücksreaktor von Tschernobyl. Verschwunden unter einer glänzenden Stahlhülle. Sie soll jetzt mindestens 100 Jahre lang verhindern, dass Radioaktivität aus dem eingestürzten Reaktor nach außen dringt.

Petro Poroschenko | Bildquelle: AFP
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Jubeltag für den ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko

Die neue Hülle hat meterdicke Wände aus Edelstahl und ein Drucksystem, das die Strahlung innerhalb der Hülle hält. Eine Menge Technik also - und ein sehr, sehr aufwendiges Projekt.

Bei der heutigen Abschlusszeremonie würdigte es der ukrainische Präsident Petro Poroschenko als einzigartig. Als erstes bedankte er sich aber bei den vielen Geldgebern aus aller Welt, den G7-Ländern und der Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung.

"Aber die Hauptrolle haben die Ukrainer und Vertreter vieler Länder gespielt“, fuhr er fort. "Sie haben zusammen dieses einzigartige Objekt gebaut. Viele hatten Zweifel daran, aber ich gratuliere Ihnen, meine Lieben: Yes! Wir haben es geschafft!" Und streckte dazu die Faust nach oben.

Hülle für havarierten Atomreaktor fertiggestellt
tagesschau 20:00 Uhr, 29.11.2016, Birgit Virnich, ARD Moskau

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In einem Jahr sind die Ukrainer allein verantwortlich

Etwa zwei Milliarden Euro kostete die neue Schutzhülle alles in allem. Jetzt ist der Koloss am Platz, muss noch versiegelt und geprüft werden. Im November kommenden Jahres wird er offiziell an die Ukraine übergeben. Dann hat sie die Verantwortung und muss weitere Arbeiten betreuen, etwa den Atommüll verarbeiten.

Balthasar Lindauer ist Vizedirektor der Abteilung für Nukleare Sicherheit bei der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung. Er hat das Projekt mit betreut. Ziel sei es, der Ukraine einen sehr langen Zeitraum zu geben, in der diese Arbeiten in Ruhe und sicher durchgeführt werden könnten. "Das heißt, das gibt es dann für diese Arbeiten keine große Eile - sondern man hat dann die Möglichkeit, Strategien, Technologien zu entwickeln, um Rückbauarbeiten und Arbeiten zur Rückholung von radioaktiven Materialien zu entwickeln."

Ein ökologisch vertretbares Tschernobyl?

Die Hülle ist nämlich erst der Beginn des Weges zu einem ökologisch vertretbaren Tschernobyl. Als nächstes soll unter ihrem Schutz der alte Sarkophag abgebaut werden - auch der ist ja verstrahlt. Außerdem liegen in dem Reaktor noch Unmengen von Atommüll. Auch der soll raus und irgendwann endgelagert werden. Woher das Geld kommt - noch unklar.

Olga Melen-Sabramna ist Juristin bei der ukrainischen Nichtregierungsorganisation Ökologie-Recht-Mensch. Sie ist skeptisch, dass die Ukraine begreift, wie wichtig die weiteren Arbeiten sind. Der politische Wille fehle, Korruption und die Atomlobby seien stärker. "Wir könnten die Probleme lösen, wenn wir die richtigen Prioritäten setzen würden. Und entsprechende Gesetze verabschieden würden. Das Geld würde sich dann schon finden lassen, weil klar wäre, dass es um zukunftsorientierte Projekte geht."

100 Jahre hat die Ukraine jetzt Zeit eine endgültige Lösung für die Atomruine in Tschernobyl zu finden. So lange soll die neue Hülle ja dicht halten. Und Präsident Poroschenko äußerte die Hoffnung, dass die Ukraine dabei auch weiterhin nicht alleine gelassen wird.

Animation: Schutzhülle soll Reaktor versiegeln
tagesschau 20:00 Uhr, 14.11.2016

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 29. November 2016 u.a. um 17:00 Uhr.

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