Schützhülle für den Reaktor in Tschernobyl | Bildquelle: dpa

Atomruine Schutzhülle der Superlative für Tschernobyl

Stand: 29.11.2016 13:53 Uhr

Über die Ruine des Tschernobyl-Reaktors ist eine neue Schutzhülle gestülpt worden. Die mehr als 30.000 Tonnen schwere Stahlkonstruktion erreichte nun ihre Endposition. Sie soll verhindern, dass in den kommenden 100 Jahren Radioaktivität austritt.

Die neue Schutzhülle für den Katastrophenreaktor von Tschernobyl hat ihre endgültige Position erreicht. Dies sei ein zentraler Moment in den internationalen Bemühungen an der Unglücksstelle der Atomkatastrophe von 1986, erklärten die beiden französischen Unternehmen BTP Vinci und Bouygues, die die Hülle konstruiert haben, bei einer Zeremonie vor Ort.

Die Installation des Schutzmantels hatte am 14. November begonnen, er war Schritt für Schritt über den alten Reaktor und dessen rissigen Beton-Sarkophag geschoben worden. Die Metallkonstruktion des Schutzmantels ist mehr als 30.000 Tonnen schwer, 108 Meter hoch und 162 Meter lang. "Damit könnte man das Stade de France oder die Freiheitsstatue abdecken", erklärte das französische Konsortium Novarka, das die Hülle geplant und realisiert hatte. Demnach ist die Schutzhülle "die größte je gebaute mobile Konstruktion auf Erden".

Zerstörtes Atomkraftwerk Tschernobyl bekommt neue Schutzhülle
tagesschau 14:00 Uhr, 29.11.2016, Udo Lielischkies, ARD Moskau

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Der ukrainische Umweltminister Ostap Semerak sprach bei der Präsentation der neuen Schutzhülle von einem historischen Moment. "Dank dieser Konstruktion wird der Katastrophenort sicher", sagte er. Für die Regierung in Kiew und die ganze Bevölkerung der Ukraine habe absolute Priorität, dass die Folgen der fatalen Kernschmelze von vor 30 Jahren überwunden würden.

"Ich hoffe, dass in naher Zukunft eine große Fläche des einst verlassenen Territoriums zu einem Zentrum für erneuerbare Energien wird", sagte Semerak. In der Energiepolitik wolle die Ukraine ein unabhängiger und ökologisch sicherer Staat werden. Die frühere Sowjetrepublik betreibt derzeit noch vier Atomkraftwerke.

Animation: Schutzhülle soll Reaktor versiegeln
tagesschau 20:00 Uhr, 14.11.2016

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Schutz vor Erdbeben

Nach Angaben der Konstrukteure soll die Hülle mindestens 100 Jahre halten und radioaktive Stoffe und den alten Sarkophag abschotten. Sie soll auch Erdbeben bis zu einer Stärke von sechs und Tornados standhalten können - beides ist in der Region äußerst selten. In der Hülle befinden sich Geräte, die einen Rückbau des alten Sarkophags sowie die Aufbereitung radioaktiver Abfälle ermöglichen sollen. Außerdem werden noch Messgeräte, ein Belüftungssystem und Brandschutzvorrichtungen eingebaut.

Die technische Ausstattung der Schutzhülle wird erst Ende 2017 betriebsbereit sein. Für den Bau der neuen Hülle war ein eigener Fonds eingerichtet worden, der von der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) verwaltet wird. Der Bank zufolge kostete der Bau der Schutzhülle 1,5 Milliarden Euro. Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich demnach auf 2,1 Milliarden Euro.

Der nach dem Unglück zur Eindämmung der radioaktiven Strahlung errichtete Beton-Sarkophag über dem Reaktor vier hatte über die Jahre Risse bekommen. 2012 hatte die Ukraine mit internationaler Hilfe mit dem Bau eines neuen Schutzmantels um den beschädigten Reaktor begonnen.

Weite Teile der Region verstrahlt

Der Atomreaktor von Tschernobyl war am 26. April 1986 explodiert und hatte weite Teile der Ukraine, Weißrusslands sowie anderer Staaten der damaligen Sowjetunion verstrahlt. Auch in anderen europäischen Ländern wurde über längere Zeit erhöhte radioaktive Strahlung gemessen. Amtlichen Schätzungen zufolge starben mehr als 25.000 Menschen, die nach der Katastrophe in der Region um Tschernobyl an Aufräum- und Rettungsarbeiten beteiligt waren.

1/19

Neue Schutzhülle für den Reaktor in Tschernobyl

Schützhülle für den Reaktor in Tschernobyl

Die neue Schutzhülle des Katastrophenreaktors von Tschernobyl ist fertiggestellt und verhüllt ihn nun vollständig. Am 29. November 2016 wurde sie feierlich übergeben. | Bildquelle: dpa

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 29. November 2016 u.a. um 12:00 und 14:00 Uhr.

Darstellung: