Seitenueberschrift
Tschechische Behörden melden Ermittlungserfolg
Hersteller von gepanschtem Alkohol gefasst
Nach dem Tod von mindestens 25 Menschen durch gepanschten Schnaps haben die tschechischen Behörden die mutmaßlichen Verantwortlichen aufgespürt. Wie Staatsanwalt Roman Kafka mitteilte, stehen zwei Personen aus dem Nordosten des Landes im Verdacht, die tödliche Mixtur aus Spirituosen und giftigem Methanol produziert zu haben.
"Diese Menschen waren sich vollkommen bewusst, dass sie die Gesundheit und das Leben anderer Menschen bedrohten", sagte Kafka. Mutmaßliches Motiv sei Profit gewesen. Im Rahmen des Skandals ermitteln die Behörden insgesamt gegen 42 Menschen, 22 wurden vorübergehend festgenommen.
Tschechien untersagte Verkauf von hochprozentigem Alkohol
Nach Bekanntwerden der Todesfälle hatte die Regierung in Prag den Verkauf von Spirituosen mit einem Alkoholanteil von mehr als 20 Prozent untersagt. Auch Polen und die Slowakei schlossen sich mit Verkaufsverboten an. In Deutschland warnten die Behörden vor Spirituosen aus Tschechien.
Betroffen ist den Angaben zufolge hochprozentiger Alkohol (Wodka und Rum) ohne Herkunftsnachweis, der aus unetikettierten Plastikfässern abgefüllt und an kleine Geschäfte und Verkaufsstände in der Region Ostrava im Osten Tschechiens abgegeben wurde.
Etwa 15.000 Liter im Umlauf
"Verbraucher, die nach dem Konsum von aus der Tschechischen Republik stammenden Spirituosen auffällige Symptome feststellen, sollten umgehend einen Arzt kontaktieren und diesen auf den Konsum der Spirituosen hinweisen", lautet der Rat des Bundesamts.
Nach Angaben der tschechischen Polizei wurden etwa 15.000 Liter gepanschten Alkohols in Umlauf gebracht. Ein Teil davon ist demnach noch nicht aufgespürt. 18 Menschen sind nach dem Trinken verunreinigter Spirituosen weiter in Krankenhäusern in Behandlung.
Stand: 24.09.2012 17:44 Uhr
