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19 Tote durch gepanschten Wodka
Hochprozentiges in Tschechien verboten
In Tschechien ist der Verkauf hochprozentiger Alkoholgetränke bis auf Weiteres untersagt. Die Staatsführung sah sich zu der Maßnahme gezwungen, nachdem sich mindestens 19 Menschen an gepanschten Spirituosen so schwer vergiftet hatten, dass sie daran starben.
Gesundheitsminister Leos Heger gab das Verbot im Fernsehen bekannt. Es gilt für Getränke mit einem Alkoholgehalt von mehr als 20 Volumenprozent. Bisher galt nur ein Verkaufsverbot von Getränken mit mehr als 30 Prozent an Ständen und Imbissbuden, nun wurde es auf alle Geschäfte, Restaurants und Hotels ausgeweitet. Zuwiderhandlungen werden "Radio Prag" zufolge mit Geldstrafen in Höhe von bis zu drei Millionen Kronen (etwa 123.000 Euro) bestraft.
Der Skandal um gepanschten Alkohol beschäftigt Tschechien seit Tagen. Die Opfer hatten Wodka oder Rum getrunken, in denen sich hochgiftiges Methanol befand. Wenige Milliliter Methanol reichen für eine Vergiftung mit Übelkeit und Sehstörungen bis hin zu Erblindung oder Tod.
Die giftigen Getränke waren offenbar aufgrund krimineller Machenschaften in die Geschäfte gelangt. Bisher konzentrierten sich die Fälle vor allem auf die Landesteile Mähren und Schlesien. Ärzte im ganzen Land meldeten im Verlaufe des Tages neue Verdachtsfälle. Erstmals wurde ein Mann in Prag ins Krankenhaus eingeliefert. Der Zustand des 30-Jährigen gilt laut Agenturmeldungen als sehr kritisch.
Die Polizei nahm 17 Verdächtige fest, suchte aber weiter nach den Hintermännern und Giftmischern. Bei einer Razzia im südmährischen Zlin stellten die Beamten rund 500 Wodka-, Rum- und Obstbrandflaschen mit gefälschten Marken-Etiketten sicher. In Proben wurde ein hoher Methanol-Gehalt festgestellt.
Skandal um gepanschten Alkohol beschäftigt Tschechien
S. Heinlein, DLF/DLR Prag
14.09.2012 21:40 Uhr
Stand: 14.09.2012 20:58 Uhr
