US-Präsident Donald Trump am Telefon im Weißen Haus | Bildquelle: AP

Trump führt Gespräche Merkel, Putin, dann Hollande

Stand: 28.01.2017 23:20 Uhr

Drei wichtige Telefongespräche hat Trump geführt: Er sprach mit Kanzlerin Merkel, Russlands Präsident Putin und Frankreichs Staatschef Hollande. Offiziell verliefen zwei der Gespräche sehr harmonisch - im dritten musste sich der US-Präsident auch Kritik gefallen lassen.

Das Gespräch dauerte 45 Minuten - und zumindest offiziell verlief es sehr harmonisch. Es war das erste Telefonat von Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Donald Trump seit seiner Amtseinführung und laut ihrer Sprecher herrschte in vielen Fragen Einigkeit. Sie hätten sowohl die Bedeutung der NATO als auch der bilateralen Beziehungen betont, hieß es in übereinstimmenden Erklärungen.

Beide hätten bekräftigt, "wie wichtig eine enge deutsch-amerikanische Zusammenarbeit für Sicherheit und Wohlstand ihrer Länder sei", so Merkels Sprecher Steffen Seibert. "Sie drückten beide die Absicht aus, die ohnehin schon ausgezeichneten bilateralen Beziehungen in den nächsten Jahren noch zu vertiefen." Trump sagte seine Teilnahme am G20-Gipfel in Hamburg im Juli zu. Merkel werde "bald" zu einem Besuch in Washington erwartet.

Was alles nicht mitgeteilt wurde

Angela Merkel | Bildquelle: dpa
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Offiziell waren sich Merkel und Trump in ihrem Gespräch einig.

Themen seien zudem die Lage im Nahen und Mittleren Osten, in Nordafrika sowie die Beziehungen zu Russland und der Konflikt in der Ostukraine gewesen. Sollte Merkel Trump kritisiert haben - mitgeteilt wurde es nicht. In der gemeinsamen Erklärung blieb auch offen, ob die Kanzlerin die von Trump in den USA verfügten Einreisebeschränkungen für zahlreiche Muslime angesprochen hat.

In der Erklärung keine Rolle spielte zudem die Frage, ob die beiden Staatschefs darüber gesprochen haben, wie die Staatengemeinschaft künftig mit den Sanktionen gegen Russland verfährt. Deutschland und Frankreich hatten zuvor klar gemacht, dass sie die EU-Sanktionen gegen Russland erst bei Fortschritten beim Minsk-Friedensabkommen lockern würden. Trump jedoch, so wird spekuliert, könnte die Sanktionen deutlich schneller aufheben, weil er möglicherweise künftig eng mit Russlands Präsident Wladimir Putin zusammenarbeiten will.

Anschließend sprach Trump mit Putin

Der russische Präsident Wladimir Putin | Bildquelle: dpa
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Auch Putin zeigte sich anschließend zufrieden.

Mit Putin telefonierte Trump ebenfalls ausführlich - nachdem das Gespräch mit der Kanzlerin beendet war. Und auch hier herrschte offenbar große Einigkeit: Der Kreml teilte anschließend mit, Trump habe gesagt, "dass das Volk der USA mit Sympathie auf Russland und dessen Bürger schaut". Putin habe erklärt, Russland empfinde das Gleiche für die Amerikaner. Beide Staatschefs hätten zudem vereinbart, gemeinsam den internationalen Terrorismus zu bekämpfen und künftig das Vorgehen gegen den "Islamischen Staat" (IS) und andere Terrormilizen in Syrien zu koordinieren.

Trump und Putin wollen zudem die bilateralen Beziehungen stabilisieren und ausbauen. Sie vereinbarten regelmäßige persönliche Kontakte und wiesen ihre Stäbe an, Ort und Zeit eines Treffens zu klären. In dem Telefonat sei es auch um strategische Stabilität, den Nahost-Konflikt, das iranische Atomprogramm, die Lage auf der koreanischen Halbinsel und die Ukraine gegangen. In diesen Fragen sei eine "partnerschaftliche Zusammenarbeit" vereinbart worden.

Und noch ein Telefonat

Frankreichs Präsident François Hollande | Bildquelle: AFP
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Frankreichs Präsident François Hollande war der einzige, der auch Kritik übte - zumindest offiziell.

Und ein weiteres Telefonat führte Trump: Er sprach mit Frankreichs Staatschef Francois Hollande. Und in diesem Gespräch musste sich der US-Präsident auch offiziell Kritik gefallen lassen. Hollande habe Trump auf die negativen politischen und wirtschaftlichen Folgen von Protektionismus hingewiesen, teilte der Elysée-Palast anschließend mit. Er habe die neue US-Regierung außerdem zur Einhaltung demokratischer Prinzipien aufgerufen - darunter die Bereitschaft zur Aufnahme von Flüchtlingen.

Trump hatte am Freitag die Einreise von Flüchtlingen und Migranten in die USA massiv eingeschränkt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 29. Januar 2017 um 04:51 Uhr und tagesschau24 am 29. Januar 2017 um 09:00 Uhr.

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