Proteste gegen die Pläne zur Gesundheitsreform | Bildquelle: dpa

Entwurf zur Gesundheitsreform Weitere 22 Millionen ohne Versicherung

Stand: 27.06.2017 09:16 Uhr

Der Gesetzentwurf der Republikaner im US-Senat zur Abschaffung von "Obamacare" ließe nach einer unabhängigen Schätzung in den kommenden Jahren 22 Millionen Menschen mehr ohne Krankenversicherung. Das Weiße Haus stellte die Prognosen in Frage.

Die jüngsten Pläne der US-Republikaner für eine Abwicklung von "Obamacare" würden nach Schätzungen des parteiunabhängigen Rechnungshofs (CBO) des Kongresses Millionen von Bürgern die Krankenversicherung kosten. 22 Millionen Menschen würden dem neuen Gesundheitsplan der Partei von US-Präsident Donald Trump zufolge bis zum Jahr 2026 ihren Versicherungsschutz verlieren, teilte das CBO mit.

Allein im kommenden Jahr stünden den Angaben zufolge 15 Millionen mehr Menschen in den USA ohne Versicherung da. Ihre Zahl würde demnach bis 2026 auf 49 Millionen steigen. Das sind 18 Prozent aller US-Bürger unter 65 Jahren. Gegenwärtig sind zehn Prozent von ihnen ohne Absicherung.

Kritik am Bericht aus dem Weißen Haus

Das Weiße Haus stellte den Bericht infrage: Diesem solle nicht "blind vertraut" werden. Das CBO habe mehrmals gezeigt, dass es die Auswirkungen der Gesetzgebung auf die Gesundheitsversorgung nicht exakt prognostizieren könne, kritisierte die Regierung von US-Präsident Donald Trump.

Proteste gegen Trumpcare | Bildquelle: dpa
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Demonstranten protestieren in New York gegen die "TrumpCare" genannte Reform der Gesundheitsversorgung in den USA.

Der US-Senat hatte in der vergangenen Woche den republikanischen Entwurf für ein Gesetz diskutiert, dass die derzeit existierende Gesundheitsreform, die von Trumps Vorgänger Barack Obama eingeführt wurde, abschaffen und ersetzen soll. Die Einschnitte in die allgemeine Gesundheitsversorgung gehen in dem Entwurf nicht ganz so weit wie in dem Plan, den das Repräsentantenhaus einige Wochen zuvor verabschiedet hatte. Allerdings sieht auch der neue Plan drastische Einschnitte vor, etwa bei Medicaid, der staatlichen Krankenversicherung für Arme.

Diskussion im Senat diese Woche

Die Senatoren sollen in dieser Woche über den Entwurf abstimmen. Es ist jedoch unklar, ob eine Entscheidung erfolgen wird. Zwar verfügen die Republikaner in der Kongresskammer über eine knappe Mehrheit von 52 der 100 Sitze. Doch erklärten vier Senatoren des erzkonservativen Parteiflügels bereits kurz nach Vorstellung der Pläne, dass sie den Entwurf in der jetzigen Fassung nicht billigen könnten. Ihnen gehen die Sparmaßnahmen nicht weit genug. In jedem Falle müsste der Reformplan, sollte er vom Senat verabschiedet werden, noch mit dem Entwurf des Repräsentantenhauses auf eine Linie gebracht werden.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 27. Juni 2017 um 09:02 Uhr.

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