Donald Trump | Bildquelle: dpa

Electoral College Wahlleute wählen Trump zum US-Präsidenten

Stand: 20.12.2016 02:00 Uhr

Donald Trump nimmt die letzte kleine Hürde: Die Wahlmänner- und frauen haben sich mit klarer Mehrheit für den 70-Jährigen als neuen US-Präsidenten ausgesprochen. Damit ist er offiziell zum nächsten Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt worden.

Donald Trump ist vom Gremium der Wahlleute formal zum US-Präsidenten gewählt worden. Deutlich mehr als die nötigen 270 der 538 Wahlleute aus 50 Bundesstaaten und der Bundeshauptstadt Washington stimmten für Trump.

Zwei abtrünnige Republikaner

Vage Hoffnungen von Trumps Kritikern, unter den Wahlleuten von Trumps Republikanern könnten sich ausreichend Abtrünnige finden, bewahrheiteten sich erwartungsgemäß nicht. Am Abend stand nur noch das Votum der Wahlleute von Hawaii aus, bis dahin hatte Trump 304 Stimmen und Clinton 224.

In den Staaten, die bei der Wahl an die Republikaner gingen, wandten sich jedoch zwei Wahlleute von Trump ab: Eine Person votierte für den gescheiterten Präsidentschaftskandidaten John Kasich und ein anderer für Ron Paul, der sich früher erfolglos um die Präsidentschaftsnominierung bemüht hatte. Clinton verlor vier Wahlleute im Staat Washington: Drei stimmten für den ehemaligen Außenminister Colin Powell und eine Person stimmte für den Häuptling eines Indianerstamms.

Proteste gegen die Wahl Trumps. | Bildquelle: AFP
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Proteste gegen die Wahl Trumps, hier in Michigan.

"Kein Trump, keine faschistische USA!"

Vor der Abstimmung in Wahlleute-Gremium hatte es groß angelegte Initiativen enttäuschter Aktivisten und Bürger gegeben, Trump noch zu verhindern. Viele republikanischen Wahlleute wurden per E-Mail, Telefon und Post bestürmt, nicht für den umstrittenen Immobilienmogul zu stimmen. In Hauptstädten von US-Staaten kamen zudem Tausende Demonstranten zusammen. Vor dem Kapitol in Pennsylvania skandierten mehr als 200 Demonstranten bei eiskalten Temperaturen: "Kein Trump, kein Ku-Klux-Klan, keine faschistische USA!"

The Winner takes it all

Theoretisch wäre eine Entscheidung gegen Trump möglich gewesen. Dazu hätten aber mindestens 37 Wahlleute gegen das Wahlergebnis ihres Bundesstaates votieren müssen. Dies wäre einzigartig in der US-Geschichte gewesen. Die meisten Wahlleute sind von den Gesetzen der Bundesstaaten und vom Regelwerk ihrer Partei in unterschiedlicher Strenge sogar dem Wahlergebnis verpflichtet.

Also werden im 538 Mitglieder umfassenden Wahlgremium die Stimmen traditionell gemäß der Wahlergebnisse in den einzelnen US-Staaten verteilt. Der Sieger bekommt alles, auch bei äußerst knappen Resultaten. Das machte es möglich, dass am Ende nicht der gewann, der landesweit die meisten Wähler hinter sich gebracht hatte - wie in diesem Fall die Demokratin Hillary Clinton, die mit mehr als 2,6 Millionen Stimmen vor Trump führt. Dieser holte bei der Wahl am 8. November aber genügend Staaten, um auf 306 Stimmen im Electoral College zu kommen.

Das Ergebnis soll offiziell am 6. Januar im US-Kongress verkündet werden. Trump wird am 20. Januar im Rahmen einer feierlichen Zeremonie in Washington zum 45. Präsidenten der USA vereidigt werden.

Electoral College kürt Trump zum US-Präsidenten
M. Buttler, ARD Washington
20.12.2016 11:17 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 20. Dezember 2016 um 10:00 Uhr.

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